Verweigerung des Zugriffs auf grenzüberschreitende Internetseiten: Geoblocking macht es möglich

10.03.2011734 Mal gelesen
Wer bisher an die grenzenlose Freiheit im Netz geglaubt hat, wird bei dem Aufrufen von bestimmten Webseiten - insbesondere mit kostenlosen Videos oder Musik - schnell eines Besseren belehrt. Zu diesem Ärgernis hat sich jetzt die Betreiber von Bustallmajors etwas ganz Spezielles einfallen lassen.

Wem es beim Surfen vom heimischen Rechner noch nicht passiert ist, kann es gerne mal ausprobieren. Wer  beispielsweise das YouTube-Video von Britney Spears „Hold It Against Me“ aufrufen möchte, erhält die folgende Meldung: „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar.“ Bei YouTube geschieht das lediglich bei einzelnen Videos. Noch krasser ist es etwa bei dem Videoportal einiger großer amerikanischer Fernsehsender Hulu oder dem Internet-Radio Pandora, die nur von den USA aus zugänglich sind. Wer also als deutscher User über Hulu z.B. die neusten Serien der Simpsons sehen will, hat Pech gehabt. Beim Aufrufen des Videos kommt die Sperre.

Möglich macht dies das sogenannte „Geoblocking“. Hierbei sperrt der Betreiber eines bestimmten Dienstes die IP-Adressen von den Usern aus bestimmten Ländern aus. Der Hintergrund ist dabei in der Regel, dass es sich bei den gesperrten Inhalten um urheberrechtlich geschützte Werke - wie etwa bestimmte Musik und Videos - handelt. Die jeweiligen Rechteinhaber – vertreten durch ihre Verwertungsgesellschaften - wollen nicht, dass bestimmte Werke schon vorab kostenlos in anderen Staaten gehört oder angesehen werden. 

Inwieweit die Umgehung dieser Sperren eine Urheberrechtsverletzung darstellt, ist im Einzelnen sehr umstritten. Es gibt dazu bisher noch keine gerichtlichen Entscheidungen.

Dazu haben sich jetzt die Betreiber von Bustallmajors nach dem Motto „Wie Du mir, so ich Dir!“ eine kleine Protestaktion einfallen lassen. Damit können die Betreiber von Webseiten durch Einbindung eines kleinen JavaScripts eine Sperre gegenüber einigen großen Plattenfirmen errichten. Dies begründen sie damit, dass diese Unternehmen bei YouTube ihren Content geblockt haben sollen. Nähere Informationen erhalten Sie dazu hier.