Verbleib des Haustieres bei Trennung und Scheidung

02.10.2014310 Mal gelesen
Kommt es zu einer Trennung von Ehepartnern so stellt sich häufig die Frage bei welchem Ehepartner das Haustier künftig verbleiben wird und ob bei Gericht möglicherweise eine Umgangsregelung mit diesen verlangt werden kann.

Unproblematisch steht jedenfalls bei Alleineigentum eines Ehegatten diesem einen Anspruch auf Herausgabe des Tieres zu.
Problematischer stellt sich die Situation allerdings dann da, wenn das Tier im Miteigentum beider Ehegatten steht.
Zu dieser Konstellation werden in der Rechtsprechung unterschiedliche Ansichten vertreten, nach welchen Regeln eine Zuweisung des Tieres zu erfolgen hat und ob dem nicht „betreuenden“ Ehegatten ein Recht auf Umgang mit dem Tier zusteht.
Im Gesetz gibt es jedenfalls keine explizite Regelung für das Schicksal von Haustieren bei der Trennung und Scheidung.
Mit der überwiegenden Rechtsprechung scheidet deshalb mangels gesetzlicher Regelung ein Anspruch des nicht betreuenden Teils auf Umgang mit dem Tier aus.
Die Zuweisung des Tieres erfolgt mit der überwiegenden Rechtsprechung nach den Vorschriften über die Hausratsverteilung. Hintergrund ist, dass gemäß § 90a BGB auf Tiere die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden sind.
Im Hinblick auf die überwiegende Ansicht in der Rechtsprechung muss also zunächst geprüft werden, wer Eigentümer ist. Bei Alleineigentum eines Ehegatten besteht ein Herausgabeanspruch des Eigentümers. Steht das Tier dagegen im Miteigentum der Ehegatten, muss in streitigen Fällen eine Zuweisung entsprechend den Vorschriften über die Hausratsverteilung erfolgen. Ein Anspruch des nicht betreuenden Teils besteht nicht, es verbleibt lediglich die Möglichkeit einer gütlichen Einigung.