Achtung Rutschgefahr! Wann muss ich eigentlich langsamer fahren?

Achtung Rutschgefahr! Wann muss ich eigentlich langsamer fahren?
16.12.2014369 Mal gelesen
Bei „Nässe“ liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 80 km/h. Schon bei erhöhter Luftfeuchtigkeit bremsen manche Autofahrer. Andere dagegen bremsen nicht mal bei Dauerregen. Wer hat Recht?

Normalerweise lassen Tempolimits wenig Raum für Diskussionen. Doch bei diesem Thema streiten sich die Autofahrer quasi seit der erste Wagen vom Fließband rollte. Doch wie ist es denn nun mit den nassen Straßen?

Hier ein Fallbeispiel:
Wird ein Autofahrer mit 140 km/h geblitzt, obwohl nur 120 km/h erlaubt waren, ist er abzüglich der Toleranz rund 16 km/h zu schnell gefahren. Daran gibt es nichts zu rütteln. Es sieht hingegen anders aus, wenn Zusatzschilder das Tempolimit beschränken. Diese Zusatzschilder sind meistens auf der Autobahn oder der Landstraße aufgestellt, wenn Regen Aquaplaning droht oder der Straßenbelag rutschig werden könnte.

Wie ist überhaupt Nässe definiert? Ist ein leichter Sommerregen ein Grund dafür das Tempo zu drosseln oder muss es sturzbachartig regnen?

Dabei hilft auch kein Blick in die Straßenverkehrsordnung weiter. Denn dort steht drin „bei nasser Fahrbahn die angegebene Geschwindigkeit zu überschreiten“. Dieser Satz lässt Raum für Interpretation und dann ist die Rechtsprechung gefragt, sagt Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller.

Die Richter entschieden, dass „bloße Feuchtigkeit“ noch keine Nässe wäre. Habe sich auf der gesamten Oberfläche ein erkennbarer Wasserfilm gebildet, kann man von einer nassen Fahrbahn sprechen.