Nebentätigkeiten: Erlaubt oder verboten?

Nebentätigkeiten: Erlaubt oder verboten?
11.12.2015235 Mal gelesen
Was tun, wenn der monatliche Lohn kaum ausreicht, um die laufenden Lebenshaltungskosten zu decken? Die Zahl der Multijobber steigt in Deutschland stetig an. Arbeitgeber hingegen sehen es eher ungern, wenn Mitarbeiter einer weiteren Beschäftigung nachgehen. Aber ist ein Nebenjob-Verbot zulässig?

Heute ist es für viele Menschen unerlässlich, neben dem eigentlichen Hauptjob einer weiteren Nebenbeschäftigung nachzugehen. Wer gerade einmal den Mindestlohn verdient, ist kaum in der Lage, anzusparen. Extraausgaben – zum Beispiel für teure Medikamente, Reparaturen oder eine Klassenfahrt des Nachwuchses – können so schnell zum Problem werden.

Fakt ist: Nach dem Grundgesetz hat jeder Mensch das Recht auf eine freie Berufsausübung. Das beinhaltet auch das Recht, eine oder mehrere Nebentätigkeiten auszuüben.

Wenn weder in Ihrem Arbeitsvertrag noch in einem auf Ihr Arbeitsverhältnis anwendbaren Tarifvertrag geregelt ist, dass Nebentätigkeiten unzulässig sind oder der Genehmigung Ihres Arbeitgebers bedürfen, sind diese grunsätzlich erst einmal erlaubt.

Allerdings müssen Sie beachten: Eine Nebentätigkeit kann dennoch unzulässig sein – und zwar dann, wenn Sie durch diese so sehr beansprucht werden, dass Sie Ihre vertraglich geschuldete Arbeitsleistung nicht mehr erbringen können – zum Beispiel, weil Sie ständig zu müde sind oder weil Sie während Ihrer Arbeitszeit im Hauptjob zusätzlich Ihrer Nebentätigkeit nachgehen.

Außerdem dürfen Sie Ihrem Arbeitgeber keine Konkurrenz machen. Das bedeutet konkret: So lange Sie bei Ihrem Arbeitgeber angestellt sind, dürfen Sie nicht im selben Geschäftszweig Geschäfte machen. Ansonsten kann dies eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen!

Auch ist eine Nebentätigkeit während einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit in vielen Fällen unzulässig.

Ein weiterer Knackpunkt: Ihr Arbeitgeber kann Ihnen auch dann einen Nebenjob verbieten, wenn er nachweisen kann, dass Sie regelmäßig die wöchentlich zulässige Höchstarbeitszeit überschreiten.

Zusätzlich sichern sich viele Arbeitgeber im Arbeitsvertrag gegen Nebentätigkeiten ihrer Mitarbeiter ab. So finden sich dort teils Bestimmungen mit folgendem Inhalt: "Während der Dauer des Arbeitsverhältnisses ist jede entgeltliche oder unentgeltliche Nebenbeschäftigung unzulässig." Oder auch Formulierungen wie: "Nebentätigkeiten bedürfen der vorherigen Zustimmung des Arbeitgebers."

Folgendes sollten Sie hierzu wissen: Zwar hat Ihr Arbeitgeber durchaus ein Informationsrecht und damit einen Anspruch darauf, über weitere Arbeitsverhältnisse informiert zu werden – ein generelles Verbot von Nebentätigkeiten ist aber unzulässig, da es Sie unangemessen benachteiligen würde. Auch hat Ihr Arbeitgeber keinen grundsätzlichen Anspruch darauf, Nebentätigkeiten vorab zu genehmigen.

Sind Sie bereits wegen einer Nebentätigkeit abgemahnt oder gar gekündigt worden?

Dann melden Sie sich bei uns! Wir werden klären, ob Ihre Nebentätigkeit tatsächlich unzulässig war. Ist dies nicht der Fall, ist eine etwaige Abmahnung unwirksam – ebenso wie eine verhaltensbedingte Kündigung! Haben Sie mit Ihrer Nebentätigkeit hingegen gegen gesetzliche oder arbeitsvertragliche Pflichten verstoßen, werden wir für Sie prüfen, wie schwer dieser Verstoß überhaupt gewesen ist und ob er tatsächlich eine verhaltensbedingte Kündigung rechtfertigt.

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Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihr Rechtsproblem. Das Team von JusDirekt.