Arbeitsrecht Bonn: hat ein Fußballtrainer aus Aachen wirksam auf die Erhebung einer Kündigungsschutzklage verzichtet?

26.02.2013378 Mal gelesen
Das ArbG Aachen hat entschieden, dass sich ein Sportverein aus Aachen nicht wirksam von seinem Cheftrainer getrennt hat. Die üblichen Klauseln im Profifussball seien unwirksam!

 Das Gericht sah eine Vertragsklausel als unzulässig an.

Cheftrainer, Co-Trainer und Torwarttrainer eines Aachener Sportvereins hatten in ihren Verträgen Klauseln unterzeichnet, die im  Bereich  des Profifußballs  üblich sind: Danach kann  der  Arbeitgeber  das  Arbeitsverhältnis jederzeit kündigen und muss dem Arbeitnehmer lediglich drei Brutto-Monatsgehälter  als Abfindung  zahlen.  Im  Gegenzug  verzichtet  der  Arbeitnehmer auf  die  Erhebung  der  Kündigungsschutzklage

Eine weitere Klausel in den  Anstellungsverträgen räumt dem Verein ein Sonderkündigungsrecht  ein,  wenn  dieser den Aufstieg  in  die  2. Bundesliga  verpasst.

Das  ArbG Aachen  sah zunächst den Verzicht auf die Kündigungsschutzklage als unwirksam an.  Dieser  entziehe  dem  Arbeitnehmer  in  unzulässiger  Weise das  Recht,    gegen  eine unberechtigte  Kündigung vorzugehen. Da auch kein anderer Kündigungsgrund vorlag,  war die Kündigung nach Ansicht des Arbeitsgerichts unwirksam. 

Auch eine weitere Kündigung,  die der Cheftrainer und der Co-Trainer gestützt auf das Sonderkündigungsrecht bei verpaßtem Aufstieg erhielten, erklärte das ArbG für unwirksam. Auch diese Klausel verstoße gegen die Regelungen des  Kündigungsschutzgesetzes. 

Folge: Die Kündigungen sind unwirksam.  Der  beklagte  Verein  wurde verurteilt,  die  Kläger  in  ihren  jeweiligen  Trainerfunktionen  weiter  zu  beschäftigen.

Rechtsanwalt Sagsöz, Bonn  Sekr. 0228 9619720

Quelle:

ArbG Aachen, Urteil vom 22.02.2013
Aktenzeichen: 6 Ca 3662/12
ArbG Aachen, PM vom 22.02.2013