Klassische Bankberater auf dem absteigenden Ast.

Klassische Bankberater auf dem absteigenden Ast.
11.12.2015263 Mal gelesen
Young Professionals setzen auf eigene Entscheidung in Finanzangelegenheiten

Düsseldorf, 11. Dezember 2015 – Auf Bankberater kommen harte Zeiten zu. Laut der aktuellen Studie des Institute for Strategic Finance (isf – FOM Hochschule) zum Anlageverhalten der sogenannten Young Professionals setzen junge Akademiker verstärkt auf ihr eigenes Finanzwissen und schließen Kapitalgeschäfte online ab (69%). Unter der Studienleitung von Prof. Dr. Julius Reiter, Partner der Kanzlei baum reiter & collegen, wurden zum vierten Mal in Folge rund 500 junge Berufsanfänger sowie Studenten mit guten Verdienstaussichten zu ihrem Anlageverhalten befragt.

 „Young Professionals investieren vergleichsweise hohe Beträge in Kapitalmarktprodukte“, betont Reiter. Die Befragten weisen studienbedingt ein überdurchschnittlich großes Finanzwissen auf, das von der FOM auf Basis entsprechender OECD-Fragen überprüft wurde. Diese Gruppe steigt vor allem bei Aktien (47%) und Fonds (41%) ein. Die hierfür notwendigen Informationen besorgen sich die Studenten direkt von den Webseiten der jeweiligen Anbieter. Flankierend werden Finanz- und Wirtschaftspresse sowie spezialisierte Portale unter die Lupe genommen. Der klassische Bankberater spielt nur noch für 26% der Teilnehmer eine Rolle. „Young Professionals mit gutem Allgemeinwissen bei Finanzthemen nutzen verstärkt Kapitalmarktprodukte für die Geldanlage, achten auf Diversifikation und sichern sich staatliche Prämien“, sagt Reiter. Demgegenüber setzen junge Akademiker mit geringen Finanzkenntnissen häufig auf gering verzinste Anlageformen wie Sparbücher und Tagesgelder. In dieser Gruppe investieren diejenigen, die von einem Finanzberater beraten werden verstärkt in provisionsbasierte Produkte, wie z.B. Bausparverträge und Kapitallebensversicherungen.

Da der Anteil der jungen Akademiker über alle Studiengänge, die ihre Finanzentscheidungen ohne jede Beratung treffen, ist allein in den letzten drei Jahren um 13 Prozent auf 62 Prozent angestiegen. Von denjenigen, die sich beraten lassen, würde mehr als jeder fünfte seinen Berater nicht an Freunde weiterempfehlen. „Bei den Befragten ist das Image der Finanzberatung eher schlecht. Der Bankensektor bekommt ein massives Problem, da die klassische Finanzberatung immer weniger nachgefragt wird“, erklärt Reiter. Mehr als die Hälfte der Nachwuchsanleger vermutet, dass sich das Kreditinstitut hinter ihrem Rücken personenbezogene Daten verschafft, indem Informationen von Auskunfteien, sozialen Netzwerken und Suchmaschinen ausgewertet werden. Selbst eine Analyse des Internetsurfverhaltens ihrer Kunden wird den Banken von den Studenten zugetraut. Alles keine guten Voraussetzungen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Um die jungen Akademiker zu erreichen, muss die Finanzbranche ihre aktuellen Geschäftsmodell überprüfen und sich schnell neu erfinden“, so Reiter zum Abschluss der Präsentation.

Die komplette Studie sowie ein Piktogramm mit den wichtigsten Daten stehen hier zum Download bereit:

 https://www.fom.de/fileadmin/fom/forschung/isf/Finanzberatungsstudie2015.pdf
https://www.fom.de/fileadmin/fom/forschung/isf/Finanzberatungsstudie_2015_Infographic.pdf

 

 Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an:

Dr. Henning Hirsch
Kanzlei Baum Reiter & Collegen
Benrather Schlossallee 101
D-40597 Düsseldorf

Tel.: 02 11 836 805-70
Fax: 02 11/836 805-78

E-Mail: [email protected] 

www.baum-reiter.de

Die Kanzlei baum reiter & collegen ist eine mehrfach ausgezeichnete sowie bundesweit führende Kanzlei auf dem Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts. Die Sozietät rund um den ehemaligen Bundesinnenminister Baum vertritt Kapitalanleger und Bankkunden in Auseinandersetzungen mit Geldinstituten, Finanzdienstleistern, Versicherungen und Fondsgesellschaften bei fehlgeschlagenen Kapitalanlagen. Zu den Mandanten gehören neben Privatanlegern und institutionellen Investoren auch Family Offices, Unternehmen und Kommunen. Prof. Dr. Reiter tritt regelmäßig als Sachverständiger im Bundestag auf und lehrt Wirtschaftsrecht an der FOM Hochschule.