Infinus: Staatsanwaltschaft kündigt Anklage an

Infinus: Staatsanwaltschaft kündigt Anklage an
09.04.2015237 Mal gelesen
Die Staatsanwaltschaft Dresden bereitet im Anlagebetrugsfall Infinus die Anklage gegen Manager des Konzerngeflechts der Future Business KGaA vor.

Die Staatsanwaltschaft Dresden bereitet im Anlagebetrugsfall Infinus die Anklage gegen Manager des Konzerngeflechts der Future Business KGaA vor. Die Ermittlungen sind laut Pressemeldungen nunmehr insoweit abgeschlossen, dass die Angelegenheit bald dem zuständigen Strafgericht übertragen werden könne. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit ca. eineinhalb Jahren wegen des Betreibens eines betrügerischen Schneeballsystems. Der Vorwurf lautet auf Kapitalanlagebetrug und Bilanzfälschung.


Anlegern wurde überwiegend angeboten, bestehende Versicherungen zu günstigen Konditionen zu veräußern und hieraus fließende Geldmittel u. a. in neue Versicherungen als auch Kapitalanlagen wie Schuldverschreibungen und zuletzt Edelmetalle zu investieren. Das Geschäftsmodell trug nicht. Im April 2014 wurde gegen die Konzernmutter Future Business KGaA das Insolvenzerfahren eröffnet. Der Schaden der Anleger bemisst sich nach Schätzungen auf mehrere hundert Millionen Euro. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens der Konzernmutter Future Business KGaA meldeten über 53.000 Gläubiger bis Anfang Dezember 2014 Forderungen von über EUR 1,7 Milliarden an.


Auf der Grundlage strafrechtlicher Vorwürfe gegen verantwortliche Organe der Konzerngesellschaften besteht für betroffene Anleger die Möglichkeit, neben vertraglichen Ansprüchen auch Ansprüche auf Rückabwicklung von abgeschlossenen Kapitalanlagen bei der Infinus-Gruppe wegen Kapitalanlagebetruges anzumelden. Solche Ansprüche unterliegen keinem insolvenzrechtlichen Nachrang und ermöglichen es somit auch derzeit regulär nachrangigen Insolvenzgläubigern, ihre Stellung im Insolvenzverfahren und damit die Aussichten auf Zahlungen aus der Insolvenzmasse zu verbessern. Eine entsprechende Anmeldung sollte nach Einschätzung der ARES Rechtsanwälte allerdings auf der Grundlage detaillierterer Erkenntnisse aus den staatsanwaltlichen Ermittlungen nach näherer Prüfung des Einzelfalls erfolgen.