Maritim Vertriebs GmbH plant Umschuldung der Anleihe

Maritim Vertriebs GmbH plant Umschuldung der Anleihe
06.11.2014290 Mal gelesen
Die Gesellschaft bietet den Anleihegläubigern der zum 01.12.2014 zur Rückzahlung fälligen Anleihe den Umtausch gegen eine bis 2016 laufende Anleihe an.

Die Maritim Vertriebs GmbH hat einen zweiten Anlauf gestartet, das zum 01.12.2014 fällige Anleihekapital der im Jahr 2012 begebenen Anleihe mit der WKN A1MLY9 umzuschulden. Damit versucht die Gesellschaft offenbar, die Rückzahlung des zum 01.12.2014 fälligen Anleihekapitals zu vermeiden. Die Umschuldung scheint offenkundig dringend erforderlich. Laut Jahresabschluss 2013 vom 17.10.2014 ist die möglichst vollständige Platzierung der nunmehr angebotenen Anleihe „immanent“ für die Unternehmensfortführung. Dasselbe gilt bezüglich geplanter Verkaufserlöse aus Schiffen der Beteiligungen. Anderenfalls droht mangels liquider Mittel zur Ablösung der im Dezember fällig werdenden Anleihe die Schieflage.

Nachdem der Plan der Gesellschaft im Sommer 2014 gescheitert war, die Laufzeit der Anleihe um weitere fünf Jahre bei geringerer Verzinsung zu verlängern, bietet die Gesellschaft den Anleihegläubigern nun den Umtausch der begebenen Anleihe gegen eine bis 2016 laufende Anleihe an.

Wesentlicher Vermögenswert der Maritim Vertriebs GmbH sind die Beteiligungen an Einschiffsgesellschaften, von denen nunmehr sechs Gesellschaften den Verkauf der gehaltenen Schlepperschiffe beschlossen haben und offenbar einer Fortführung des Chartergeschäfts vorziehen. Der Verkauf der sechs Schiffe soll zu einem Kapitalfluss von ca. EUR 18,12 Mio. zugunsten der gehaltenen Beteiligungen der Maritim Vertriebs GmbH führen. Ob dieser künftige Kapitalfluss allerdings in voller Höhe bei den Gläubigern der neu begebenen Anleihe ankommt, ist fraglich. So hat sich der Jahresfehlbetrag der Maritim Vertriebs GmbH im Jahr 2013 mit EUR -2,349 Mio. zum Vorjahr (EUR – 1,056 Mio.) mehr als verdoppelt. Zudem verbleibt das wesentliche Risiko, dass tatsächlich Verkaufserlöse aus den Schiffen aus den Einschiffsgesellschaften zur Deckung ihrer Verbindlichkeiten ggf. nicht ausreichen und damit auch auf die Möglichkeiten der Maritim Vertriebs GmbH zur Rückführung des Anleihekapitals durchschlagen. Nach Einschätzung der ARES Rechtsanwälte GbR sollte der Stand des Verkaufsprozesses der Schiffe sowie der tatsächliche Ertrag aus den Verkäufen für die Beteiligungen und deren dann gegebener jeweiliger Vermögenswert (Net Asset Value) genauer dargelegt werden, um Anlegern überhaupt eine Entscheidung bezüglich der Umschuldung ermöglichen zu können.

http://ares-recht.de/faelle/anleihen-genussscheine/