Schadensersatz nach dem Aus des Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P noch möglich?

Schadensersatz nach dem Aus des Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P noch möglich?
25.07.2014215 Mal gelesen
Zuerst die Schließung und später die Auflösung. Der Dachfonds Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P bescherte dessen Anlegern reichlich Trouble. Für Anleger, die von der Schließung und dem Aus überrascht wurden, stellt sich die Frage, ob sie Schadensersatz fordern können.

Seit dem endgültigen Aus des Dachfonds Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P sind bereits einige Monate vergangen. Für die Anleger hat die bis 2017 andauernde Abwicklung jedoch erst begonnen. Doch damit möchten sich nicht alle Anleger abfinden. Denn nicht jedem Anleger war vor dem Jahr 2012 bekannt, dass der offene Dachfonds geschlossen und aufgelöst werden kann. Dies zeigt sich immer wieder bei Anfragen betroffener Anleger dieses Dachfonds (und auch von dessen Schwesterfonds) an die Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Doch gibt es nach dem Aus des Fonds überhaupt noch Ansatzpunkte für Schadensersatzforderungen der Anleger? Dass es für solche Anlegeransprüche durchaus Ansatzpunkte gibt, bestätigen zwei aktuelle Urteile des Bundesgerichtshofs. Der BGH entschied, dass den Anleger offener Immobilienfonds bereits in der Anlageberatung erklärt werden musste, dass diese geschlossen werden können – anderenfalls sei das Beratungsgespräch nicht ordnungsgemäß abgelaufen. Denn es handele sich bei der Schließung eines offenen Fonds um eine gesetzlich geregelte Ausnahme vom Grundsatz, dass Anleger ihre Anteile an offenen Immobilienfonds jederzeit an die Fondsgesellschaft zurückgeben können. (Urteile vom 29.04.2014, Aktenzeichen: XI ZR 477/12 und XI ZR 130/13).

 

Angesichts der ähnlichen Sachlage stellt sich für Dachfonds-Anleger die Frage, ob auch sie von diesen Entscheidungen profitieren können. Zwar behandeln die Urteil die Anlageberatung zu offenen Immobilienfonds, sodass die Entscheidungen nicht ohne Weiteres auf Anlageberatungen zu Dachfonds angewendet werden können. Doch es gibt bei beiden Fondsarten weitreichende Gemeinsamkeiten. Es gilt jeweils die Grundregel, dass Fondsanteile jederzeit an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden konnten. Dieses Grundprinzip wird sowohl bei offenen Immobilienfonds und Dachfonds von einer gesetzlich geregelten Ausnahme durchbrochen: Wurde eine Liquiditätsgrenze unterschritten, wurde der Fonds geschlossen.

 

Wenn Anleger des Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P Zweifel hegen, dass sie bei der Anlageberatung bzw. „Überführungsberatung“ aus einer SEB Vermögensverwaltung zutreffend über das Schließungsrisiko aufgeklärt wurden, sollte dies Beratung rechtlich überprüft werden. Wenn die Beratung durch den Bankberater nicht ordnungsgemäß beraten wurden, dann liegt eine schadensersatzauslösende Falschberatung vor. Anleger, die wissen möchten, wie es um ihren individuellen Fall bestellt ist, sollten sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen beraten und vertreten Mandanten, die in den Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P (bzw. in eine SEB Vermögensverwaltung) investierten.

 

Weitere Informationen zu den Urteilen des Bundesgerichtshofs und dem Dachfonds und dessen Schwesterfonds befinden sich auf der Homepage der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

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