Falsch beraten durch die Apotheker- und Ärztebank: MPC MS Santa-B Schiffe

Falsch beraten durch die Apotheker- und Ärztebank: MPC MS Santa-B Schiffe
29.05.2014289 Mal gelesen
Was der Kundin durch den Bankmitarbeiter verschwiegen wurde: Die ApoBank erhielt einen nicht unwesentlichen Teil der im Fondsprospekt mit 26,26% des zu investierenden Kapitals ausgewiesenen Vertriebsvergütungen.

Kanzlei Nittel gewinnt Schadenersatzklage für Fondsanlegerin

Weil sie in der Osnabrücker Filiale der Deutschen Apotheker- und Ärztebank hinsichtlich einer Beteiligung am MPC-Fonds MS Santa-B Schiffe falsch beraten wurde, erhält eine Kundin der Bank rund 40.000 € Schadenersatz. Dies entschied jetzt das Landgericht Osnabrück (Urteil vom 12. Mai 2014 - Az. 7 O 1535/13 - nicht rechtskräftig).

Im August 2006 hatte die Bank die Kundin angeschrieben und ihr die Beteiligung an einem Schiffsfonds angeboten. Die vom Emissionshaus MPC aufgelegte Beteiligungsgesellschaft MS "Santa-B Schiffe" mbH & Co. KG sollte in 14 Containerschiffe investieren und für die Kundin der Bank eine renditestarke Anlage sein. Dementsprechend wurde der Fonds in einem Gespräch im Oktober 2006 durch den Kundenberater der Apotheker- und Ärztebank angepriesen.

Hohe Provisionen bei der Vermittlung von Schiffsfonds

Was der Kundin durch den Bankmitarbeiter verschwiegen wurde: Die ApoBank erhielt einen nicht unwesentlichen Teil der im Fondsprospekt mit 26,26% des zu investierenden Kapitals ausgewiesenen Vertriebsvergütungen. Aus unserer Sicht waren es die hohen Provisionen, die die Bank überhaupt dazu gebracht hat, ihren Kunden eine derart riskante Fondsanlage anzubieten. Wenn eine Bank für den Vertrieb von Schiffsfonds 14% Provision bekommt, ist es nicht auszuschließen, dass das Vertriebsinteresse stärker wiegt, als das Interesse an einer ordnungsgemäßen Anlegeraufklärung.

Unterbliebene Aufklärung über Provisionen unstreitig

Eine Annahme, der sich auch das Landgericht Osnabrück nicht verschlossen hat. Eine wesentliche Pflicht der ApoBank aus dem Anlageberatungsvertrag wäre es nach dem Urteil gewesen, die Kundin nicht nur darüber zu informieren, dass sie für den Vertrieb des Fonds Provisionen erhält, sondern auch wie hoch diese sind. Die Apotheker- und Ärztebank hat gar nicht bestritten, dass sie unsere Mandantin über ihr Provisionsinteresse nicht aufgeklärt hat.

ApoBank verliert bundesweit auch vor anderen Gerichten

Auch aus zahlreichen anderen gegen diese Bank geführten Verfahren wissen wir, dass zumindest bis ins Jahr 2006 hinein bei der Beratung über geschlossene Beteiligungen wie Schiffs-, Immobilien- oder Lebensversicherungsfonds über Provisionen nicht gesprochen wurde. Auch dort behauptet die ApoBank nicht, dass sie über die Provisionen aufgeklärt hätte. Vor diesem Hintergrund ist es wenig verwunderlich, dass beispielsweise auch das Landgericht im rheinland-pfälzischen Frankenthal (Urteil vom 6. Mai 2014 - Az. 7 O 381/13 - nicht rechtskräftig) wenige Tage zuvor die ApoBank ebenfalls zum Schadenersatz verurteilt hat. Dies zeigt, dass Anleger, die von der Bank nicht über die Provisionen informiert wurden, die diese für die Vermittlung von geschlossenen Fonds erhalten hat, gute Chancen haben, die Beteiligung wirtschaftlich rückabzuwickeln.

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