Offene Immobilienfonds: Mussten Bankkunden über das Schließungsrisiko informiert werden? BGH urteilt: Ja

Offene Immobilienfonds: Mussten Bankkunden über das Schließungsrisiko informiert werden? BGH urteilt: Ja
28.05.2014189 Mal gelesen
Musste Bankkunden, die sich für offene Immobilienfonds interessieren, bereits im Beratungsgespräch erklärt werden, dass offene Immobilienfonds geschlossen werden können? Diese Frage wurde vom Bundesgerichthof in zwei Urteilen geklärt.

In den vergangenen Jahren bescherten die Schließungen verschiedener offener Immobilienfonds den betroffenen Anlegern reichlich Verdruss. Da sich nicht alle Anleger damit abfinden wollten, dass ihr Fonds geschlossen wurde, müssen sich nach wie vor Gerichte mit den Klagen enttäuschter Anleger befassen, die sich mit ihrer Bank wegen der Anlageberatung streiten. In solchen Verfahren steht regelmäßig folgende Frage im Mittelpunkt: Wurde den Bankkunden vor der Investition von den Beratern erklärt, dass ein offener Immobilienfonds geschlossen werden kann bzw. hätten die Berater dies tun müssen? 

 

Dieser Streitpunkt wurde nun vom Bundesgerichtshof am 29.04.2014 entschieden (Aktenzeichen: XI ZR 477/12 und XI 130/13): Bankkunden durften von ihren Bankberatern einen entsprechenden Hinweis erwarten. Da offene Immobilienfonds auf dem Grundprinzip der jederzeitigen Verfügbarkeit beruhen, müssen Anleger über Ausnahmen von diesem Grundprinzip informiert werden. Denn im Fall von Liquiditätsschwierigkeiten musste die Anteilsrücknahme von Gesetzes wegen gesetzt werden. Aus diesem Grund mussten die Berater sogar ohne eine entsprechende Nachfrage des Anlegers auf dieses Risiko hinweisen, so der Bundesgerichtshof. Fehlte es an einer solchen Aufklärung, dann wurden Anleger in der Beratung nicht vollständig informiert.

 

Können Anleger, die selbst von der Schließung und Auflösung eines offenen Immobilienfonds betroffen waren, nun selbst Ansprüche geltend machen? Dies hängt in erster Linie von der individuellen Beratungssituation ab. Zweifeln Anleger an ihrer damaligen Beratung (z. B. weil nicht auf die Schließungsmöglichkeit hingewiesen wurde), sollte die Anlageberatung rechtlich überprüft werden. Anleger, die wissen möchten, wie es um ihren Fall bestellt ist, sollten sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen beraten und vertreten gerichtlich und außergerichtlich zahlreiche Anleger, die in offene Immobilienfonds und Dachfonds investierten.

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

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