Santander/SEB Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P: Können sich Anleger nach dem Aus des Fonds noch wehren?

Santander/SEB Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P: Können sich Anleger nach dem Aus des Fonds noch wehren?
22.05.2014285 Mal gelesen
Schließung und später das endgültige Aus – dieses Schicksal ereilte auch den Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P. Nicht jedem Anleger war bewusst, dass dies möglich ist. Neue BGH-Urteile: Anleger mussten auf die Möglichkeit einer Schließung hingewiesen werden.

Verschiedene offene Immobilienfonds sowie Dachfonds, die sich auf die Anlageklasse offene Immobilienfonds als Investitionsobjekte spezialisiert hatten, waren von Aussetzung der Anteilsrücknahme und auch Liquidationen betroffen. Dies widerfuhr auch dem Dachfonds Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P (WKN: SEB1AB, ISIN: DE000SEB1AB7) Der Fonds wurde im Dezember 2013 nach einer fast zwei Jahre währenden Schließung endgültig aufgelöst. Die erste Ausschüttung von Liquidationserlösen konnten die Anleger des Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P bereits in Empfang nehmen. Da jedoch nicht jedem Anleger war vor der tatsächlichen Schließung und Auflösung bewusst wa, dass dies bei einem Dachfonds überhaupt möglich ist, haben noch nicht alle Anleger sich mit dieser Entwicklung abgefunden. Dies zeigt sich unter anderen im Anfragen von Anlegern an die Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Für Anleger, die dieses Thema noch nicht abgehakt haben, können zwei Urteile des Bundesgerichtshofs Interessantes bieten: Das Gericht hatte zu entscheiden, ob Anleger bereits in der Anlageberatung darüber informierten mussten, dass offene Immobilienfonds geschlossen werden können. Das Gericht bejahte dies, da die Aussetzung der Anteilsrücknahme eine gesetzlich geregelte Ausnahme vom Grundsatz, dass Anleger ihre Anteile an offenen Immobilienfonds jederzeit an die Fondsgesellschaft zurückgeben können. Daher müssten Anleger auch ungefragt auf diese Ausnahme von Grundprinzip hingewiesen werden, so das Gericht (Urteile vom 29.04.2014, Aktenzeichen: XI ZR 477/12 und XI ZR 130/13).

 

BGH: Anleger musste bereits in Anlageberatung auf Schließungsrisiko hingewiesen werden

 

Da die beiden Entscheidungen Anlageberatungen zu offenen Immobilienfonds behandeln, stellt sich für Dachfondsanleger die Frage, ob auch sie von diesen Entscheidungen profitieren können. Zunächst ist festzuhalten, dass die Urteile auf Anlageberatung zu Dachfonds wie den Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P nicht direkt anwendbar sind. Jedoch sind Dachfonds und offene Immobilienfonds von ähnliche Regelungen und Grundprinzipien geprägt. Es können jeweils die Fondsanteile börsentäglich an die Fondsgesellschaft zurückgegeben. Und sowohl bei offenen Immobilienfonds als auch bei Dachfonds gibt es eine Ausnahme von diesem Grundprinzip: Die Fondsschließung.

 

Ob Anleger Ansprüche geltend machen können, hängt vom konkreten Einzelfall ab

 

Zweifeln Anleger daran, dass sie bei der Anlageberatung vor der Investition in den Santander Kapitalprotekt P zutreffend über das Schließungsrisiko aufgeklärt wurden, sollte die individuelle Beratung rechtlich überprüft werden. Wies die Beratung durch den Bankberater Defizite auf (z. B. weil die Anleger nicht informiert wurden, dass eine Fondsschließung möglich ist), dann liegt eine schadensersatzauslösende Falschberatung vor. Weiterhin mussten von den Bankberatern verschiedene weitere Aufklärungs- und Informationspflichten beachtet werden. Anleger, die wissen möchten, wie es um ihren Fall bestellt ist, sollten sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen beraten und vertreten Mandanten, die in den Santander Kapitalprotekt P sowie dessen zwei Schwesterfonds investierten.

 

Weitere Informationen zu den Urteilen des Bundesgerichtshofs und dem Dachfonds und dessen Schwesterfonds befinden sich auf der Homepage der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

Einsteinallee 3

77933 Lahr

Telefon: 07821 / 92 37 68 - 0

Fax: 07821 / 92 37 68 - 889

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