Stratego Grund: Nach dem Aus – Was bedeuten neuen BGH-Urteile zum Schließungsrisiko für Dachfondsanleger?

Stratego Grund: Nach dem Aus – Was bedeuten neuen BGH-Urteile zum Schließungsrisiko für Dachfondsanleger?
12.05.2014194 Mal gelesen
Die Schließung und das anschließende Aus eines offenen Fonds beschäftigte auch die Anleger des Dachfonds Stratego Grund. Nun hat der BGH entschieden, dass Berater schon in der Anlageberatung hierüber aufklären mussten. Sind diese neuen Entscheidungen auch für Stratego Grund-Anleger interessant?

Die Anleger nicht weniger offener Fonds mussten bereits erfahren, dass bei diesen Fonds die Anteilsrücknahme ausgesetzt werden kann. Während der Krise der offenen Immoblienfonds schlossen zahlreiche Fonds. Doch dies betraf nicht nur offene Immoblienfonds – diese Ereignisse wirkten sich auch auf Dachfonds aus. Dies mussten die Anleger des Fonds Stratego Grund erfahren. Im März 2012 wurden der Fonds geschlossen und im Sommer 2013 wurde das endgültige Aus des Dachfonds beschlossen. Anfang 2014 wurde die Abwicklung auf die Landesbank Berlin übertragen. Doch das Thema Schließung und Auflösung ist noch nicht für alle Anleger passé. Jenen Anlegern des Stratego Grund, die hiermit noch nicht abgeschlossen haben, können zwei neue Entscheidungen des Bundesgerichtshofs Interessantes bieten.

 

Zahlreiche Gericht mussten sich mit der Schließung offener Fonds befassen – jetzt entschied der Bundesgerichtshof

 

Wegen der Krise der offenen Immobilienfonds mussten sich verschiedene Gerichte mit den Klagen  enttäuschter und von einer Rücknahmeaussetzung überraschter Anleger auseinandersetzen. Eine zentraler Aspekt in solchen Prozessen ist die Frage, ob die Bank die Anleger über die Schließungsmöglichkeit informiert hatte bzw. ob sie dies hätte tun müssen. Bislang stand jedoch eine höchstrichterliche Entscheidung über diese kontroverse Frage aus. Nun hat der Bundesgerichtshof am 29.04.2014 entschieden, dass Bankberater ihre Kunden über dieses Risiko hätten informieren müssen. Dies sogar ungefragt, urteilte der Bundesgerichtshof, denn die Schließung eines offenen Fonds ist eine Ausnahme vom Grundsatz, dass Anleger ihre Fondsanteile jederzeit an die Fondsgesellschaft zurückgeben können (BGH, Urteile vom 29.04.2014, Aktenzeichen: XI ZR 477/12 und XI ZR 130/13).

 

Was bedeuten die neuen Entscheidungen für Dachfonds-Anleger?

 

Da die Urteile sich auf offene Dachfonds beziehen, sind sie auf den Dachfonds wie den Fonds Stratego Grund nicht unmittelbar anwendbar. Jedoch gelten bei Dachfonds ähnliche Regelungen und Grundprinzipien wie bei offenen Immobilienfonds. Sowohl offene Immobilienfonds als auch Dachfonds basieren auf der täglichen Verfügbarkeit, da Anteile börsentäglich an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden können. Und bei beiden Anlageklassen wird dieses Prinzip durch eine gesetzlich geregelte Ausnahme durchbrochen: Die Anteilsrücknahme ausgesetzt werden – bei Dachfonds ist die Schließung sogar zeitlich unbefristet möglich.

 

Ob Anleger, die in den Fonds Stratego Grund investierten, von diesen Entscheidungen profitieren können und selbst Ansprüche geltend machen können, hängt in erster Linie von der individuellen Beratungssituation ab. Wenn die in den in damaligen Beratungen übermittelten Informationen Zweifel in den Anlegern wecken (z. B. weil nicht auf die Schließungsmöglichkeit hingewiesen wurde), sollte die Anlageberatung rechtlich überprüft werden. Anleger, die wissen möchten, wie es um ihren Fall bestellte ist, sollten sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen beraten und vertreten Mandanten, die in den Dachfonds investierten. Es sind auch Klagen wegen des Stratego Grund bei Gericht anhängig.

 

Weitere Informationen zu den Urteilen des Bundesgerichtshofs und zum Dachfonds Stratego Grund befinden sich auf der Homepage der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

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