Insolvenz Orange Ocean MS United Tambora - Schadenersatz für Anleger

09.05.2014215 Mal gelesen
Nach unserer langjährigen Erfahrung dürften Beratungsfehler im Vorfeld der Anlageentscheidung festzustellen sein. Für Beratungsfehler sind sowohl der Berater, als auch die Gründungsgesellschafter des Fonds zum Schadenersatz verpflichtet.

Der vom Emissionshaus Orange Ocean Ende August 2008 aufgelegte Schiffsfonds MS "United Tambora" ist am Ende. Am 09. April 2014 hat das Amtsgericht Hamburg das vorläufige Insolvenzverfahren über die MS "United Tambora" Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG eröffnet. Mehr als 13,5 Mio. € haben Anleger in den seit Ende August 2008 vertriebenen Fonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 32 Mio. € investiert. Doch das Fondsschiff, ein neuer 35.000 tdw Handysize-Bulker, der seit Anfang 2008 durch die chinesische Werft gebaut wurde, konnte die im Prospekt geweckten Erwartungen nicht erfüllen.

Schiff wurde viel zu teuer eingekauft

Eine der Ursachen: Das Schiff wurde, absolut betrachtet, viel zu teuer eingekauft. Der vom Fonds übernommene Schiffsbauvertrag mit einem Kaufpreis von 39,9 Mio. US-$ vergütet. Hinzu kamen noch Kosten für Anzahlungsfinanzierung, Erstausrüstung, Übernahmekosten und Vorbereitende Bereederung, so dass sich insgesamt Anschaffungskosten von 40,4 Mio. US-$ ergeben. Der Schiffsgutachter kam laut Prospekt im Februar und August 2008 jeweils zu dem Ergebnis, dass der Einkaufspreis günstig sei.

Darüber, dass diese Aussage sich vor dem Hintergrund der starken Preisschwankungen bei Schiffen nur auf den Kauf- bzw. Gutachtenzeitpunkt bezog, nicht aber auf ein langfristiges Mittel, klärt der Prospekt nicht auf. Denn absolut betrachtet bewegten sich die Preise für vergleichbare Schiffe im in Jahr 2008 auf allerhöchstem Niveau und lag um rund 100% über dem Preis, der zur Jahrtausendwende für vergleichbare Schiffe zu zahlen war.

Hinzu kommt, dass mit dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers am 15. September 2008, also wenige Tage nach dem Beginn des Vertriebes des Fonds, die weltweiten Schifffahrtsmärkte zusammengebrochen sind. Wegen der gleichzeitig weltweit nachlassenden Konjunktur kam es vor allem ab Ende des dritten Quartals 2008 zu starken Preisrückgängen der Frachtraten. Am 5. Dezember 2008 sank der Baltic Dry Index, ein Preisindex für die weltweite Verschiffung von trockenem Schüttgut, welches hauptsächlich mit Bulkern transportiert wird, mit einem Schlussstand von 663 Punkten (inflationsbereinigt 746 Punkte) nominal auf den tiefsten Stand seit 1986. Seit dem Allzeithoch vom 20. Mai 2008 entspricht das einem Rückgang um 94,4 Prozent. Mit dieser Entwicklung war dem Fondskonzept zumindest aus damaliger Sicht jede Grundlage entzogen. Die im Fondsprospekt dargestellten und zu Grunde gelegten wirtschaftlichen Rahmendaten waren dadurch nach unserer Ansicht völlig überholt.

Handlungsalternativen für geschädigte Anleger

Mit der Insolvenz des Fonds dürfte für die Anleger des Fonds MS United Tambora der Totalverlust ihre Einlagen eingetreten sein.

Nach unserer langjährigen Erfahrung dürften neben dem Prospekt- und Aufklärungsfehler hinsichtlich der vermeintlichen "Günstigkeit" des Schiffskaufpreises oder der wirtschaftlichen Ausgangslage des Fonds noch weitere Beratungsfehler im Vorfeld der Anlageentscheidung festzustellen sein. Für diese Beratungsfehler sind sowohl der Berater, als auch die Gründungsgesellschafter des Fonds zum Schadenersatz verpflichtet. Geschädigte Anleger können auf diese Weise ihr verlorenes Geld zurückholen.

>Mehr Informationen zu Fonds des Emissionshauses Orange Ocean: https://nittel.co/kanzlei/aktuell/orange-ocean-schiffsfonds-insolvent-totalverlust-fuer-anleger-von-sechs-bulker-fonds.html

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