Resch Rechtsanwälte:SHB Fonds/ Wohin flossen die Anlegergelder?

Resch Rechtsanwälte:SHB Fonds/ Wohin flossen die Anlegergelder?
04.03.2013580 Mal gelesen
SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 KG und die Beteiligungen an der Einzelhandelsportfolio Bayern und Baden Württemberg KG und Objekte Ehingen KG.

Bei der SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 KG handelt es sich nach der Angabe im Verkaufsprospekt um eine Fondsgesellschaft, die 94% des Kommanditkapitals der SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Einzelhandelsportfolio Bayern und Baden Württemberg KG und des nahezu vollständigen Kommanditkapitals der SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 Objekte Ehingen KG hält.Anleger können sich in verschiedenen Beteiligungsformen als Kommanditisten beteiligen.

Die Anschaffungskosten für die Objekte Bayern und Baden Württemberg sollten € 80.973.464,00 betragen. Dem entsprechend ist im Jahresabschluss der Objektgesellschaft bei den Sachanlagen ein Wert von € 83.123.267,00 eingestellt.

In ihrem Internetauftritt weist die SHB Innovative Fondskonzepte AG, die Initiatorin der Fonds, darauf hin, dass im Rahmen des prospektierten Nachkaufs, ein Fachmarktzentrum mit einem Investitionsvolumen von ca. € 12.000.000,00 erworben wurde.

Die Geschäftsberichte können diese Angaben nicht bestätigen. Das von der SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 Objekte Ehingen KG erworbene Fachmarktzentrum ist mit einem Wert von nur rund € 1.450.000,00 im Jahresabschluss der Objektgesellschaft angegeben. Ein Investitionsvolumen in Höhe von € 12.000.000,00 ergibt sich aus dem Jahresabschluss nicht.

Der Jahresabschluss der SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 KG zum 31.12.2010 ein Anlagevermögen in Form von Finanzanlagen in Höhe von rund € 157.000.000,00 und Verbindlichkeiten in gleicher Höhe aus. Der in die Jahresabschlüsse der Objektgesellschaften eingestellte Wert der erworbenen Objekte beträgt insgesamt allerdings nur rund € 84.500.000,00.

In zahlreichen uns bekannten Fällen ist von einer Falschberatung oder unterlassenen Aufklärung der Anleger auszugehen, denn bei keinem Beratungsgespräch im Vorfeld der Zeichnung der Beteiligung wurden die Anleger darauf hingewiesen, dass das Immobilienvermögen nicht den Gegenwert der Beteiligung darstellt.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs stehen einem Anlegerder bei Zeichnung einer Kapitalanlage von einem Anlageberater unvollständig oder falsch über das Produkt und die damit verbundenen  Risiken aufgeklärt oder getäuscht worden ist, gegenüber dem Anlageberater ein Schadensersatzanspruch in Höhe des ihm entstandenen Verlusts zu.

Ein solcher Aufklärungs- und Beratungsfehler kommt nach Auffassung des Bundesgerichtshofs (BGH, III ZR 122/05) beispielsweise dann in Betracht, wenn der Anlageberater oder Anlagevermittler dem Anleger gegenüber die von ihm empfohlene Anlage als "sicher" bezeichnet hat, obwohl diese mehr oder weniger spekulativ, bzw. mit dem Risiko eines Totalverlusts behaftet ist.

Die im Verkaufsprospekt enthaltenen Risikohinweise einer solchen Kapitalanlage, bedeuten nicht, dass ein Anlageberater Risiken herunter spielen und mit seinen Erklärungen ein Bild zu zeichnen darf, das die Risikohinweise im Prospekt neutralisiert (BGH, III ZR 159/07).

Zudem muss ein Anlageberater das von ihm empfohlene Produkt auf seine Plausibilität prüfen und gegebenenfalls von einer Beteiligung abraten. Dem Anleger ist auch zu erläutern dass das empfohlene Produkt in Ermangelung eines entsprechenden Marktes nur eingeschränkt wieder verkäuflich ist, dass also grundsätzlich eine Fungibilität (Handelbarkeit) fehlt (BGH, III ZR 44/06).

Eine unvollständige und damit fehlerhafte Aufklärung und Beratung liegt regelmäßig auch dann vor, wenn der Anleger von seinem Anlageberater oder Anlagevermittler nicht darauf hingewiesen oder darüber im Unklaren gelassen wurde, dass nur ein vergleichsweise geringer Teil der Anlegergelder überhaupt zu Investitionszwecken verwendet wird, während mit einem Großteil des Geldes sog. Weichkosten bezahlt werden (BGH, II ZR 310/03).

Die Kanzlei Resch Rechtsanwälte empfiehlt daher allen Anlegern, die eine Beteiligung an SHB Fonds gezeichnet haben, mögliche Schadenersatzansprüche prüfen zu lassen. Wir erstellen für Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung.