Schiffsfonds Krise: Anlegern des MPC Reefer Flottenfonds 1 und 2 drohen Nachschusszahlungen

06.09.2012538 Mal gelesen
Bereits zu Beginn des Jahres hatten wir an dieser Stelle über die beiden in wirtschaftliche Schieflage geratenen MPC Fonds Reefer-Flottenfonds mbH & Co. KG und MPC Fonds Zweite Beteiligungsgesellschaft Reefer-Flottenfonds mbH & Co. KG berichtet. Wie das Fondstelegramm in dessen aktuellen Ausgabe berichtet, wird sich die ursprünglich bereits für Juli (MPC Reefer Flottenfonds 2) bzw. August (MPC Reefer Flottenfonds 1) vorgesehene Präsentation der Sanierungskonzepte noch verzögern. Unabhängig davon, wie sich die anvisierte Sanierung der beiden MPC Capital Schiffsfonds im Einzelnen ausgestalten wird, steht laut Einschätzung der Fondstelegramm Analysten eines schon fest: Sowohl die Anleger des MPC Reefer Flottenfonds 1 als auch die Zeichner des MPC Reefer Flottenfonds 2 werden sich auf Nachschusszahlungen einstellen müssen.

MPC Reefer Flottenfonds 1: Investition in 14 Kühlschiffe

Der Schiffsfonds Initiator MPC Capital hatte den in insgesamt 14 Kühlschiffe („reefer“) investierenden MPC Reefer Flottenfonds 1 2006 mit einem Investionsvolumen in Höhe von € 404.333.000,00 am Markt platziert. An den MPC Reefer Fondsschiffen Lombok Strait, Luzon Strait, Comoros Stream, Polarstream, Polarlight, Elsebeth, Emerald, Elvira, Esmeralda, Timor Stream, Southern Bay, Eastern Bay, Santa Maria und Santa Lucia hatten sich die MPC Capital Fonds Anleger mit einem Eigenkapital in Höhe von € 144.539.000,00 beteiligt.

MPC Reefer Flottenfonds 1: Fonds Anleger warten seit 2008 auf Ausschüttungen

Die Bilanz für die Zeichner des MPC Reefer Flottenfonds 1 fällt derzeit wenig erfreulich aus: Bereits seit dem Jahr 2008 mussten die MPC Capital Schiffsfondsanleger des MPC Reefer Flottenfonds 1 auf einstmals sicher geglaubte Ausschüttungen verzichten. Im Falle eines vorzeigen Verkaufs ihrer Schiffsfonds Beteiligung würden die MPC Reefer Flottenfonds 1 Anleger laut Angaben des Portals www.zweitmarkt.de gerade noch 10 % (Stand: 11.04.2012) der ihrerseits in die 14 MPC Capital Flottenfonds 1 Kühlschiffe investierten Einlage erhalten.

MPC Reefer Flottenfonds 2umfasst 14 Kühlschiffe

Ebenfalls im Jahr 2006 hatte MPC Capital den gleichsam in 14 Kühlschiffe investierenden MPC Reefer Flottenfonds 2 mit einem Investitionsvolumen in Höhe von € 248.090.000,00 am Markt platziert. An den MPC Reefer Flottenfonds 2 Schiffen Mexican Mermaid, Atlantic Mermaid, Buzzard Bay, Coral Mermaid, Caribbean Mermaid, Eagle Bay, Falcon Bay, Fortuna Bay, Hawk Bay, Pacific Mermaid, Prince of Seas, Prince of Tides, Prince of Waves und Tasman Mermaid hatten sich die MPC Capital Fonds Anleger seinerzeit mit einem Eigenkapital in Höhe von € 115.830.000,00 beteiligt.

Zweitmarktkurs des MPC Reefer Flottenfonds 2sinkt in die Tiefe

Die Bilanz der MPC Reefer Flottenfonds 2 Schiffsfonds Anleger fällt noch ernüchternder aus als diejenige im Schwesternfonds MPC Reefer Flottenfonds 1. Zwar konnten die MPC Reefer Flottenfonds 2 Zeichner im Jahr 2008 noch eine letzte Ausschüttung in Höhe von 3 % erhalten. Im Gegenzug müssten sich die MPC Reefer Flottenfonds 2 Anleger im Falle eines vorzeitigen Verkaufs ihrer MPC Capital Schiffsfonds Beteiligung laut www.zweitmarkt.de Angaben zurzeit mit einem Kurs in Höhe von nur noch 5 % (Stand: 25.07.2012) des ursprünglich investierten Kapitals begnügen.

MPC Capital Schiffsfonds Anleger nicht schutzlos gestellt

Betroffene MPC Capital Schiffsfonds-Anleger sollten sich mit deren Situation nicht abfinden, sondern umgehend den Rat eines auf Bank- und Kapitalanlagerechts spezialisierten Rechtsanwalts suchen.
Sollten betroffene MPC Capital - Schiffsfonds-Anleger von ihrem Anlageberater oder von ihrer Bank nicht umfassend über die Risiken einer Beteiligung an einem Schiffsfonds aufgeklärt worden sein, so bestehen möglicherweise Schadensersatzansprüche. Des Weiteren kommt für die Anleger von Schiffsfonds in Betracht, gegen die Initiatoren der Fonds und gegen den Vertrieb Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Die Schadensersatzansprüche können sich zum einen aus Prospekthaftung, zum anderen aufgrund Falschberatung ergeben.

Vertrieb von Schiffsfonds oftmals über Banken und Sparkassen

Recherchen unserer bereits eine Vielzahl geschädigter Schiffsfonds Anleger vertretenen Kanzlei zufolge wurden viele der derzeit notleidend gewordenen geschlossenen  Schiffsfonds über Banken und Sparkassen vertrieben. Dabei wurden diese Schiffsfonds-Beteiligungen oftmals als besonders sichere Anlage empfohlen. Auf Risiken wie Totalverlust wurde regelmäßig nicht hingewiesen. Auch wurde die Höhe der weichen Kosten in den Beratungsgesprächen in der Regel nicht bzw. nicht ausreichend offengelegt. Aufgrund der kickback-Rechtsprechung des Bundesgerichthofes bestehen deshalb gute Chancen für die Schiffsfonds-Anleger, Schadensersatzansprüche geltend zu machen.
 

Was können betroffene MPC Capital Schiffsfonds-Anleger jetzt tun?

Geschädigte Anleger problematischer MPC Capital Schiffsfonds  sollten in jedem Fall ihre in Betracht kommenden Ansprüche zeitnah durch einen auf Anlegerschutz spezialisierten Rechtsanwalt prüfen lassen.