HCI Shipping Select 26: Charterer von 4 Fondsschiffen kann vereinbarte Charter nicht mehr zahlen

HCI Shipping Select 26: Charterer von 4 Fondsschiffen kann vereinbarte Charter nicht mehr zahlen
20.03.2012372 Mal gelesen
Fachanwälte setzen Anlegeransprüche durch

Die schlechten Nachrichten für die Anleger des HCI Fonds Shipping Select 26 reißen nicht ab. Vor wenigen Wochen war bereits das Scheitern des Sanierungskonzepts für den Fonds gemeldet worden. Allerdings schienen die vier Plattformversorger PSV Hellespont Daring, PSV Hellespont Dawn, PSV Hellespont Defiance und PSV Hellespont Drive an deren Gesellschaften der HCI Shipping Select 26 auch beteiligt ist, noch schwarze Zahlen zu schreiben. Jetzt kommt die für den Fonds vernichtende Meldung: Der Charterer der Plattformversorger, die Sanko Steamship aus Japan befindet sich in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der Totalausfall und damit der Totalverlust für Anleger dürfte damit endgültig besiegelt sein.

Wie der Informationsdienst fondstelegramm am 17. März 2012 berichtet, hatte Sanko am 16. März seine Geschäftspartner zu einer Krisensitzung eingeladen. Dabei ging es um die prekäre Finanzlage des Charterers, dem der Konkurrenzdruck und die geringen Frachtraten auf den internationalen Schiffsmärkten schwer zu schaffen machen. Dem Vernehmen nach soll Sanko bereits für März bei allen Reedern die Charterraten eigenmächtig gekürzt und für April angekündigt haben, ebenfalls nicht die vertraglich vereinbarten Raten zu zahlen.

Die auf sieben Jahre fest abgeschlossenen Charterverträge dürften angesichts dieser Entwicklung wohl hinfällig sein. Denn entweder wird von allen Vertragspartnern von Sanko einer Reduzierung der Charterraten zugestimmt, oder das japanische Unternehmen wird Gläubigerschutz beantragen. Dies hieße, dass für vier HCI Plattformversorger PSV Hellespont Daring, PSV Hellespont Dawn, PSV Hellespont Defiance und PSV Hellespont Drive neue Charterer gefunden werden müsste. In der gegenwärtigen Marktsituation mit verheerend niedrigen Charterraten dürfte es schwer werden, Verträge zu bekommen, mit denen sich ein kostendeckender Weiterbetrieb der Schiffe ermöglichen lässt.

Bemerkenswert ist, dass alle vier Schiffe in der Leistungsbilanz 2010 bereits Tilgungsrückstände aufweisen. Ursache sind neben geringeren Chartereinnahmen und Reiseüberschüssen, die niedriger als geplant ausgefallen sind auch die um bis zu 1/3 über Plan liegenden Betriebskosten. In der Folge reichte die erwirtschaftete Liquidität bereits mit dem Chartervertrag mit Sanko Steamship nicht aus, um die vier Plattformversorger kostendeckend zu fahren.

Dies erklärt auch, warum die planmäßigen Ausschüttungen der vier Plattformversorger bisher nicht geleistet wurden. Dabei liegt es wohl eher nicht daran, wie HCI in der Leistungsbilanz schreibt, dass man das Geld einbehalten hat um es zum Aufbau einer Liquiditätsreserve zu verwenden. Betrachtet man die Leistungsbilanz genauer, stellt man fest, dass der Reedereiüberschuss, also das mit dem Betrieb der Schiffe vor Zins und Tilgung erwirtschaftete Ergebnis bei jedem der vier Schiffe kumuliert von Inbetriebnahme bis Ende 2010 um rund 50% hinter den Planungen zurückgeblieben ist.

Viele Anleger des HCI Fonds Shipping Select 26 haben sich ihre Geldanlage nach der Beratung vor der Beteiligung wahrscheinlich anders vorgestellt. Für die meisten werden die Risiken, die sich jetzt auftun, völlig neu und überraschend sein. Allerdings hätte über diese Risiken vor der Anlageentscheidung informiert werden müssen. War dies nicht der Fall, sind die Anlageberater schadenersatzpflichtig.

Möchten Sie wissen, ob auch Sie als Anleger des HCI Shipping Select 26 Schadenersatzansprüche geltend machen können? Rufen Sie mich an, ich helfe Ihnen gerne.

Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht
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Michael Minderjahn
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