HCI Schiffsfonds VIII – Hilfe für Anleger des angeschlagenen Schiffsfonds

HCI Schiffsfonds VIII – Hilfe für Anleger des angeschlagenen Schiffsfonds
01.10.2011441 Mal gelesen
In acht Schiffe hat der HCI Schiffsfonds VIII investiert, an dem sich im Jahr 2004 Anleger mit rund 43 Mio. € Eigenkapital beteiligt haben, jetzt droht der Fonds unterzugehen. Die Anleger stehen nicht nur vor dem drohenden Totalverlust ihrer Einlage, sie sollen auch Ausschüttungen, die sie bereits erhalten haben, zurückzahlen.

Betrachtet man die Leistungsbilanzen der HCI Capital AG, wird deutlich, dass sechs der acht Schiffe des Fonds bereits seit dem Jahr 2006  regelmäßig hinter den prospektierten Erlösen zurückgeblieben sind. Waren es im Jahr 2006 noch durchschnittlich 9 % Mindererlöse, belief sich der Erlösausfall im Jahr 2009 bereits auf durchschnittlich 42 %.

 

Bis Ende 2009 waren bei den sechs Schiffen im Durchschnitt 82% der für ein Jahr geplanten Erlöse ausgefallen. Ein desaströses Ergebnis, das die Fähigkeit der einzelnen Schiffsgesellschaften, die aufgenommenen Kredite vereinbarungsgemäß zu bedienen, stark beeinträchtigt. Bereits im Jahr 2006 wurde die Tilgung für drei Schiffe reduziert.

 

Kurze Charterverträge, hohes Risiko

 

Das Risiko von Charterverträgen, die nur für vergleichsweise kurze Zeiträume geschlossen wurden, hat beim HCI Schiffsfonds VIII voll durchgeschlagen. Die durchschnittliche Laufzeit der Festcharterverträge für die acht Schiffe belief sich laut Prospekt auf nur 3,25 Jahre. Die Bedingungen die Anschlusscharterverträge richteten sich nach den Marktbedingungen. Da die Charterraten regelmäßig starken Schwankungen, die durch konjunkturelle Einflüsse bedingt sind, unterliegen bestand von Anfang an das Risiko stark sinkender Chartereinnahmen. Ein Risiko, das sich aufgrund der starken Einbrüche im Welthandel seit Mitte des Jahres 2008 in besonders ausgeprägter Weise verwirklicht hat.

 

Steigende Schiffsbetriebskosten belasten das wirtschaftliche Ergebnis

 

Bei einigen Schiffen kam es darüber hinaus zu einem starken Anstieg der Schiffsbetriebskosten, die von den jeweiligen Schiffsgesellschaften zu tragen sind. Hiervon waren insbesondere die MS „Lake Erie“, die MS „Lake Ontario“ und die MS „Nordamerika“ betroffen. Bei der MS „Nordamerika“ wurden in den vier Jahren von 2006 bis 2009 die für 5,5 Jahre veranschlagten Schiffsbetriebskosten ausgegeben, bei der MS „Lake Erie“ und der MS „Lake Ontario“ wurden zusätzlich 75% bzw. 92% der geplanten Jahreskosten ausgegeben.

 

Sanierungsbemühungen gescheitert

 

Der Versuch, die Fondsgesellschaft durch den Verkauf der MS „Lake Erie“ einstweilen zu retten, war nicht von Erfolg gekrönt, der Käufer sprang ab. Jetzt werden die Anleger zur Kasse gebeten und sollen die bereits erhaltenen Ausschüttungen zurückzahlen. Für viele überraschend: Bei den Ausschüttungen der Schiffsgesellschaften handelt es sich größtenteils nicht um Gewinne, sondern um die Rückzahlung geleisteter Hafteinlagen.

 

Verschiedene Ansatzpunkte für fehlerhafte Beratung

 

Viele Anleger des HCI Schiffsfonds VIII wurden vor ihrer Anlageentscheidung falsch beraten, wie wir in Gesprächen mit zahlreichen Anlegern feststellen konnten.

 
  • Die Beteiligung am HCI Schiffsfonds VIII wurde ihnen wahrheitswidrig als sichere und lukrative Anlage dargestellt.
  • Dabei handelt es sich bei dem Fonds um eine unternehmerische Beteiligung, die mit entsprechenden Verlustrisiken, die bis hin zum Totalverlust des investierten Betrages gehen können, verbunden ist. Darauf wurden die Anleger oftmals nicht hingewiesen.
  • Durch die extrem kurze Laufzeit der anfänglichen Festcharterverträge hängt der wirtschaftliche Erfolg in besonderem Maße von der Entwicklung der Charterraten – der Miete, die Charterer für Schiffe zahlen – ab. Charterraten sind aber schon immer starken Schwankungen unterworfen. Es war also mehr als unsicher, ob die Schiffe nach Ablauf der Festcharter entsprechende Erlöse würden einfahren können. Dieser Umstand gibt dem HCI Schiffsfonds VIII einen besonders spekulativen Charakter. Dies wurde den Anlegern, mit denen wir gesprochen haben, von ihren Beratern verschwiegen.
  • Durch die Rückforderung von Ausschüttungen wurden die Anleger erstmals mit diesem Risiko und seinen Voraussetzungen konfrontiert. Hintergrund ist eine gesetzliche Regelung, wonach Zahlungen, die Kommanditisten Seitens der Gesellschaft erhalten, die nicht durch Bilanzgewinne gedeckt sind, als Rückzahlung der Kommanditeinlage anzusehen sind. Die Verpflichtung zur Leistung der Kommanditeinlage lebt also in entsprechender Höhe wieder auf. Die Kommanditisten – hier die Anleger des HCI Schiffsfonds VIII – haften also in entsprechender Höhe für Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Ob die Ausschüttungen im konkreten Fall wirklich zu einem so genannten Wiederaufleben der Einlageverpflichtung geführt haben, prüfen wir derzeit im Auftrag von Anlegern.
 

Schadenersatz für Anleger

 

Anleger des HCI Schiffsfonds VIII, die von ihrem Berater über diese Punkte nicht informiert wurden, haben gute Chancen, mit Erfolg Schadenersatzansprüche gegen den Berater durchzusetzen. Der Anspruch ist darauf gerichtet, das investierte Kapital zurückzuerhalten. Im Gegenzug erhält der  Berater den Fondsanteil und muss den Anleger von etwaigen Verbindlichkeiten aus der Beteiligung freistellen.

 

Möchten Sie wissen, ob Sie als Anleger des HCI Schiffsfonds VIII mit Aussicht auf Erfolg Schadenersatz geltend machen können? Rufen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne. 

 

Ihre Ansprechpartner


Mathias Nittel
Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht 

Michael Minderjahn
Rechtsanwalt

Heidelberg | Hans-Böckler-Straße 2 A | D-69115 Heidelberg | Tel.: 06221 915770
München | Residenzstraße 25 | D-80333 München | Tel.: 089 25549850

 

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