Wölbern Invest: Umwälzungen im Management – Bleiben die Anleger auf der Strecke?

31.01.2014566 Mal gelesen
Zum Jahresbeginn 2014 hat die Hamburger Paribus-Gruppe das Ruder im Emissionshaus in die Hand genommen und bringt frischen Wind in die Fondsverwaltung. Ob das die Pechsträhne der Wölbern-Anleger beendet werden kann, ist unklar. Aber Anleger können bereits jetzt etwas unternehmen, um ihren Schaden zu begrenzen.

Erste Unstimmigkeiten – die Staatsanwaltschaft greift ein

 

Die ersten Unruhen schuf der damalige Wölbern Invest-Chef Heinrich Maria Schulte selbst, als er den Anlegern vorschlug, die Beteiligungsgesellschaften in einem Cash-Pool zusammenzufassen. Damit sollten die finanziell besser aufgestellten Beteiligungsgesellschaften die schwächeren stützen können. Hiergegen wandten sich zahlreiche betroffenen Anleger, auch gerichtlich.

 

Dann folgte die Verhaftung des Wölber Invest-Chefs Schulte im September 2013 wegen des Verdachtes, rund 37 Millionen Euro aus dem Fondsvermögen veruntreut zu haben. Er wurde wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen, was zeigt, wie massiv die Vorwürfe sind. Das Emissionshaus konnte von Schulte nicht mehr geführt werden und rutschte in die Krise.

 

Finanzielle Probleme – der Gang zum Insolvenzgericht

 

Am 22.10.2013 folgte die Insolvenzanmeldung der Wölbern Fondsmanagement GmbH, sie steht als Managementgesellschaft über den einzelnen Fondsgesellschaften. Nur knapp zwei Wochen später musste auch die Muttergesellschaft, Wölbern Invest KG, die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragen.

 

Gibt es noch einen Hoffnungsschimmer?

 

Im Rahmen einer Sanierungsgeschäftsführung konnte das Fondsgeschäft der Wölbern Fondsmanagement GmbH bereits bis Dezember 2013 wieder stabilisiert werden. Die Paribus Gruppe aus Hamburg hat jetzt die Anlegerverwaltung der meisten Immobilienfonds der Wölbern Invest übernommen. Heiner Albersmeier und Kurt Schori sind seit der ersten Januarhälfte 2014 Geschäftsführer derjenigen Immobilienfonds, die von der Paribus-Gruppe verwaltet werden.

 

Die Mitte Januar 2014 gegründete Paribus Treuhand Dienstleistung GmbH hat nun das Anlegermanagement und die Treuhandverwaltung der Wölbern-Fonds übernommen. Paribus hat auch in der Wölbern Treuhand und Hansischen Treuhand die Geschäftsführung ausgetauscht, Geschäftsführer sind nun Paribus‘ Suzanna Artmann und Carsten Riemer.

 

Stellungnahme der Kanzlei Göddecke

Nach den enormen Schwierigkeiten des Emissionshauses Wölbern Invest wird der Hoffnungsstreifen am Horizont zwar deutlich sichtbar, aber auch aus dem Hause Paribus hört man, dass nicht alle Fonds zu retten sein werden. Einige der Immobilienfonds sind in einer schwierigen finanziellen Lage, Ausschüttungen können wenn überhaupt nur in geringem Umfang ausgezahlt werden.

 

Nicht alle Wölbern-Fonds wurden von Paribus übernommen. Die Schiffsfonds und auch die Private Equity Fonds befinden sich nicht unter Paribus-Geschäftsführung, ebenso einige Immobilienfonds. Bei drei Immobilienfonds steht die Entscheidung über die Wahl der Geschäftsführung noch aus.

 

Die Mietverträge der Fondsimmobilien der Wölbern Invest Holland 54 und 56 laufen dieses Jahr aus, unklar ist bislang, ob die Verträge verlängert oder neue Mieter gefunden werden. Die Leidtragenden sind letztlich die Anleger. Wenn eine Fondsimmobilie nicht vermietet ist, fehlen die Einnahmen. Das erste Anzeichen für finanzielle Schwierigkeiten ist zumeist das Zurückgehen oder Ausbleiben von Ausschüttungen.

 

Was können Anleger jetzt tun?

 

Betroffene Anleger sollten ihr Engagement überprüfen lassen, um Verluste zumindest zu minimieren. Anlass für eine solche Überprüfung können lückenhafte Risikoaufklärungen in Beratungen oder Prospekten sein. Wurde ein Anleger aufgrund einer fehlerhaften Beratung geködert und investierte aufgrund dessen in eine solche Beteiligung, können ihm Ansprüche gegen Berater zustehen. Auch das Verschweigen von erheblichen Provisionen, die von Banken offengelegt werden müssen, können entsprechende Rückabwicklungsansprüche zur Folge haben.

  

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