RTL im Visier der Medienaufsicht wegen einem Bericht über die Gamescom 2011

27.08.20111057 Mal gelesen
Ein Bericht im RTL-Magazin Explosiv über die Kölner Messe Gamescom 2011 hat zu zahlreichen Beschwerden auf dem Portal der Medienwächter geführt. Gerügt wurde die einseitige Art der Berichterstattung über die Gamer.

Der am 19.08.2011 bei Explosiv ausgestrahlte Beitrag über die Computermesse Gamescom 2011 hat nach mehreren Medienberichten zu heftigen Reaktionen geführt. Viele Gamer fühlten sich insbesondere über die Aussagen einer Moderatorin sowie die Art und Weise ihrer Interviews verletzt.

 

Diese sagte bereits zu Beginn des Gamescom-Beitrages, dass Computerfans „echt komische Gestalten“ seien. Diese fragte etwa Besucher, ob sie eine Beziehung hätten. Im weiteren Verlauf fiel schließlich die Aussage: “Die überwiegende Mehrzahl aller Messebesucher trägt aber den Computerspieler-Einheitslook: Dunkle Schlabberklamotten, die manchmal etwas streng riechen”.

 

Daraufhin gingen über das Bürgerportal der Landesmedienanstalten Programmbeschwerde.de schätzungsweise etwa 8.000 Beschwerden ein. Gerügt wurde unter anderem, dass durch diesen Beitrag Vorurteile gegenüber Gamern geschürt worden seien. Sie würden als Menschen dargestellt mit wenig Sozialkontakten, die keine Frau finden würden und keinen Wert auf Sauberkeit legen würden. Schließlich hat sich RTL für diesen Beitrag entschuldigt.

 

Gleichwohl prüfte die Niedersächsische Landesmedienanstalt, ob durch diese Äußerungen in Explosiv gegen den Rundfunkstaatsvertrag verstoßen wurde- etwa durch einen Verstoß gegen die Menschenwürde. In einer heute am 26.08.2011 abgegebenen Pressemitteilung wurde RTL zwar von den Medienwächtern gerüffelt. Gleichwohl kam die Medienaufsicht zu dem Ergebnis, dass kein Verstoß gegen rechtliche Vorschriften vorliege.

 

Der Beitrag soll vermutlich dazu geführt haben, dass durch Hacker der Community-Teil von der RTL Webseite vorübergehend lahmgelegt worden sei. Damit habe RTL allerdings aufgrund des Aufrufes durch Anonymus gerechnet und den Schaden innerhalb von 10 Minuten beheben können.

 

Wenn Ihnen als Bürger eine Sendung etwa wegen grober Beleidigungen oder überzogener Darstellung von Gewalt bedenklich erscheint , sollten Sie sich ruhig mit den Landesmedienanstalten in Verbindung setzen. Dies ist etwa über das Portal Programmbeschwerde.de möglich.

 

Quellen:

    

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