Prozeßauftakt gegen Karl Siegle am LG Konstanz - KS Index-Immofonds

07.11.2012796 Mal gelesen
Strafverfahren begann heute am Landgericht Konstanz gegen Karl Ernst Siegle, den Gründer Fa. GdbR KS Index-Immofonds. Der Vorwurf lautet auf Betrug

Nach langer Suche konnte Karl E. Siegle aufgrund eines internationalen Haftbefehls am 03.August 2012 in Frankreich festgenommen werden. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn lief bereits mehrere Jahre - heute konnte nun endlich der Prozeß am Landgericht Konstanz beginnen.

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe insbesondere in den 90er-Jahren und auch über die Jahrtausendwende hinaus für seinen Fonds GdbR KS-Index-Immofonds insgesamt 1723 Kapitalgeber eingeworben und diesen eine Rendite zwischen 5,5 und ca. 8,5 % versprochen. Er baute, so der Vorwurf, ein ganzes Firmengeflecht auf, um - nicht vorhandene - Sachkenntnis vorzutäuschen. Vorgeworfen wird dem Beschuldigten nun von der Staatsanwaltschaft, er habe die Konstruktion von Anfang an darauf angelegt, die Gelder für eigene Zwecke einzusammeln.

Der Beschuldigte habe dem Fonds ca. € 3,9 Millionen Euro entzogen und für private Zwecke verwendet bzw. in den Aufbau seines Firmengeflechts investiert.

Wir erinnern uns: unsere Kanzlei ist seit 2006 mit Karl Siegle und den Fällen gegen die KS-Index-Immofonds, gegen die GEF (Grundertragfonds) sowie GEG (Grundertraggemeinschaft) beschäftigt. Wir haben in ca. 150 Fällen für die Anleger erfolgreich Schadenersatzansprüche vor Gericht durchgesetzt  - leider konnten bis heute von Karl Siegle keine Gelder eingebracht werden.

Die Anklage umfaßt nun 1078 Fälle, die sich aber alle auf den GdbR KS-Index-Immofonds beziehen, nicht auf GEF oder GEG. Der den Anlegern entstandene Schaden wird lt. Anklageschrift auf ca. € 8,5 Millionen beziffert und erfüllt möglicherweise den Tatbestand des Betrugs in besonders schwerem Fall, und dies auch noch gewerbsmäßig.

Die Strafandrohung liegt bei bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe.

Nach Verlesung der Anklageschrift wurde der Prozeß vertagt. Der Beschuldigte schweigt bislang.

Gegen den früheren Vermittler und als Zeugen geladenen H. Härter wurde nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft ebenfalls Anklage erhoben.

DIe Verhandlung wird in der kommenden Woche fortgesetzt. Dann kommen Sachverständige und Polizeibeamte zu Wort, die die Ermittlungen geleitet haben. Danach sollen dann in vielen weiteren Terminen einige der Geschädigten vernommen werden. Momentan sind Verhandlungstermine bis Ende März 2013 geplant.

Wir informieren Sie an dieser Stelle über das weitere Verfahren, selbstverständlich erhalten auch die von uns vertretenen Geschädigten gesonderte Informationen.