Wer über die Webseiten mirco-ag.net, mirco-ag.org oder mirco-ag.com investiert hat, ist höchstwahrscheinlich einem gezielten Täuschungsmodell im Bereich Online-Trading begegnet. Hinter dem Angebot steht kein seriöser Anbieter, sondern ein System, das gezielt Vertrauen erzeugt, indem der Name einer echten Firma aus der Schweiz missbräuchlich verwendet wird, um Anleger zu Zahlungen zu bewegen (Achtung, die echte Mirco AG hat nichts mit den Scam-Sites zu tun und ist Opfer eines Firmendatenmissbrauchs!). In diesem Beitrag wird nachvollziehbar erklärt, wie die Masche funktioniert und welche Schritte Betroffene einleiten können.
Existenz und Hintergrund der Fake-Mirco AG
Der Name „Mirco AG“ wird missbräuchlich verwendet, um Seriosität vorzutäuschen. Tatsächlich existiert zwar ein Unternehmen mit Sitz in Baar in der Schweiz (Oberneuhofstrasse 3, 6340 Baar, CHE-116.316.389), jedoch besteht keinerlei Verbindung zu den genannten Internetseiten.
Das bedeutet: Die Plattform nutzt gezielt fremde Unternehmensdaten, um Glaubwürdigkeit zu simulieren. Anleger werden in eine künstlich geschaffene Handelsumgebung geführt, in der angezeigte Gewinne lediglich visuelle Täuschungen sind. Ziel dieser Konstruktion ist es ausschließlich, weitere Einzahlungen auszulösen.
Auffälligkeiten bei Domains und technischer Struktur
Ein genauer Blick auf die Domainregistrierungen zeigt ein klares Muster: Die Webseiten mirco-ag.net, mirco-ag.org und mirco-ag.com wurden zeitgleich am 12.01.2026 registriert, wenn auch bei unterschiedlichen Anbietern.
Ergänzt wird dieses System durch zahlreiche Login-Seiten wie user.baseroomhub.com oder wt.baseroomhub.net sowie ähnliche Varianten unter .org und .net. Hinzu kommt die Domain baseroomhub.info, die im April 2026 eingerichtet wurde.
Diese Vielzahl an parallel betriebenen Zugängen deutet auf ein skalierbares und professionell organisiertes Netzwerk hin, wie es häufig bei international agierenden Betrugsstrukturen zu beobachten ist.
Wie die Täter Vertrauen aufbauen
Die Kommunikation erfolgt über angebliche Berater mit wechselnden Namen wie Vadim Apostolov, Nikolay Hoffmann oder Johan Schulz. Auch Namen wie Kasandra oder Viktoria tauchen auf.
Die Kontaktaufnahme beginnt oft unverfänglich, etwa über soziale Netzwerke wie Facebook, und entwickelt sich schrittweise zu konkreten Investmentempfehlungen. Unterstützt wird dies durch Messenger-Dienste wie Telegram sowie Telefonnummern, die nicht zur behaupteten Unternehmensadresse passen – etwa eine britische Nummer trotz angeblichen Schweizer Sitzes. Auch E-Mail-Adressen wie support@mirco-ag.net sind Teil dieser Täuschung.
Auszahlungsprobleme als zentrales Warnsignal
Nach einer ersten Einzahlung berichten viele Betroffene von scheinbar positiven Entwicklungen im Account. Sobald jedoch eine Auszahlung verlangt wird, treten Probleme auf:
Es werden zusätzliche Zahlungen gefordert, angeblich für Steuern, Provisionen oder Sicherheitsleistungen. Diese Forderungen wiederholen sich, ohne dass es jemals zu einer tatsächlichen Auszahlung kommt.
Daraus wird ersichtlich, dass das System darauf ausgelegt ist, kontinuierlich weiteres Kapital einzuziehen.
Die Rolle der Bankkonten im Betrugssystem
Damit Gelder transferiert werden können, greifen die Betreiber auf reale Kontoverbindungen zurück. Diese werden häufig im Rahmen organisierter Geldwäschestrukturen genutzt.
Die Nachverfolgung dieser Zahlungsströme ist ein zentraler Ansatzpunkt, um Verantwortliche zu identifizieren und rechtliche Ansprüche durchzusetzen. Ohne diese Konten würde das gesamte System nicht funktionieren.
Wer hinter der Struktur steht
Die Gesamtkonstellation spricht für eine arbeitsteilig organisierte Gruppe, die professionell agiert. Hinweise deuten darauf hin, dass Verbindungen zu anderen bekannten Plattformen bestehen, etwa zur früher aktiven RCE Banque.
Zudem wurden bereits gezielte Cyberangriffe im Zusammenhang mit Ermittlungen festgestellt, was auf ein hohes Maß an krimineller Organisation schließen lässt.
Rechtliche Bewertung des Vorgehens
Das bewusste Erzeugen falscher Tatsachen, um Anlegergelder zu erlangen, erfüllt den Tatbestand des Betrugs gemäß § 263 StGB.
Darüber hinaus kommen weitere Straftatbestände wie Kapitalanlagebetrug (§ 264a StGB) und Geldwäsche (§ 261 StGB) in Betracht. Auch zivilrechtlich bestehen Ansprüche, insbesondere auf Schadensersatz oder Herausgabe erlangter Gelder.
Wichtig ist zudem, dass auch Empfänger solcher Gelder strafrechtliche Risiken tragen können.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Keine weiteren Zahlungen leisten
- Sämtliche Unterlagen und Kommunikationsverläufe sichern
- Alle Transaktionen vollständig dokumentieren
- Strafanzeige bei den zuständigen Behörden erstatten
- Einen auf Anlagebetrug spezialisierten Rechtsanwalt einschalten
Möglichkeiten zur Rückforderung von Geldern
Die Durchsetzung von Ansprüchen beginnt mit einer fundierten rechtlichen Prüfung des Einzelfalls.
RESCH Rechtsanwälte, spezialisiert auf Bank- und Kapitalmarktrecht, verfügen über jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Anlagebetrug und Geldwäsche. Ziel ist es, Zahlungsströme nachzuvollziehen, beteiligte Kontoinhaber zu identifizieren und rechtliche Schritte zur Rückholung der investierten Gelder einzuleiten.
Betroffene können telefonisch oder über ein Kontaktformular eine erste Einschätzung ihres Falls erhalten.
Resch Rechtsanwälte - Erfahrung im Anlegerschutz seit 1986
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