Sabattical: Haben Arbeitnehmer Anspruch auf eine Auszeit?

Sabattical: Haben Arbeitnehmer Anspruch auf eine Auszeit?
03.01.2016244 Mal gelesen
Ob Burnout, Weltreise oder verlängerte Elternzeit: Viele Arbeitnehmer wünschen sich irgendwann einmal in ihrem Leben eine längere Auszeit von ihrem Job. Doch unter welchen Umständen können Sie eigentlich ein Sabbatjahr nehmen und was müssen Sie dabei alles beachten?

Das Sabbatical ist ein Arbeitszeitmodell, das Arbeitnehmern die Möglichkeit gibt, vorübergehend für längere Zeit aus ihrem bestehenden Job auszusteigen – meist zwischen drei bis zwölf Monate. Allerdings gibt es in Deutschland keinen gesetzlichen Anspruch auf ein Sabbatjahr!

Manchmal gibt es allerdings tarif- oder arbeitsvertragliche Regelungen, die die Inanspruchnahme eines Sabbaticals ermöglichen. So sieht beispielsweise die Arbeitszeitflexibilisierung im öffentlichen Dienst eine derartige Option vor.

Häufig ist ein Sabbatjahr zudem in größeren Unternehmen möglich – in vielen Fällen muss man aber auch dort schon mindestens drei Jahre lang beschäftigt gewesen sein und das Sabbatical kann aus betrieblichen Gründen abgelehnt werden.

Wenn Sie in einem bestehenden Arbeitsverhältnis eine längere Auszeit in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie zunächst versuchen, mit Ihrem Arbeitgeber eine einvernehmliche Regelung zu treffen. Stimmt Ihr Arbeitgeber dem Sabattical dann tatsächlich zu, gibt es verschiedene Varianten, eine längere Auszeit in die Tat umzusetzen.

So können beide Arbeitsvertragsparteien zum Beispiel ein sogenanntes Langzeitkonto einrichten. Hierbei werden über eine längere Zeit Plusstunden angespart. So sparen Sie vor Ihrem SabbaticalArbeitszeit an, um in der Freistellungsphase das Arbeitszeitguthaben einlösen zu können. Sie erhalten also auch während Ihres Sabatticals weiterhin Ihren Lohn und bleiben weiter in den Sozialversicherungssystemen versichert.

Alternativ sind auch die verschiedensten Teilzeit-Modelle denkbar. So könnten Sie zum Beispiel über drei Jahre 40 Stunden pro Woche arbeiten, aber nur 30 Stunden pro Woche bezahlt werden. Das vierte Jahr wäre dann frei, würde aber wie bislang bezahlt. Auch die Sozialversicherungsbeiträge würden dementsprechend weiterlaufen.

Eine andere Möglichkeit ist die Inanspruchnahme von unbezahltem Urlaub. In diesem Fall müssen Sie sich allerdings freiwillig krankenversichern und können sich von der Rentenversicherung sowie den anderen Sozialabgaben befristet freistellen lassen.

Achtung: Jede Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber sollte immer so detailliert wie möglich schriftlich festgehalten werden – am besten mit konkreten Aussagen zu Beginn und Dauer der Auszeit, der Zeitansparphase und den Gehaltszahlungen. Außerdem sollte der Ausschluss einer Kündigung während der Auszeit schriftlich fixiert werden – ebenso wie die Rückkehr an den alten Arbeitsplatz.

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