Nichtbeförderung wegen mangelhafter Englischkenntnisse rechtfertigt kein Schmerzensgeld wegen Mobbings

Nichtbeförderung wegen mangelhafter Englischkenntnisse rechtfertigt kein Schmerzensgeld wegen Mobbings
20.03.2013328 Mal gelesen
Es liegt keine die Beanspruchung eines Schmerzensgeldes rechtfertigende Mobbinghandlung vor, wenn ein Arbeitnehmer wegen seiner mangelhaften Englischkenntnisse nicht befördert wird, meint das Landesarbeitsgericht Köln.

Der Arbeitnehmer ist in einem Automobilwerk mit der Kontrolle der Papiere hereinkommender LKW beschäftigt. Er bewarb sich eines Tages innerbetrieblich auf eine Position im Supplier-Technical-Task-Force-Team und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, wo er in englischer Sprache etwas über sich erzählen sollte. Hier musste der Arbeitnehmer wegen mangelnder Englischkenntnisse passen. Dies führte dazu, dass seine Bewerbung nicht berücksichtigt wurde.

Daraufhin klagte der Arbeitnehmer auf Schmerzensgeld wegen Mobbing.

Er führt zur Begründung seines Mobbingvorwurfs an, dass man ihn im Betrieb ausgegrenzt hätte. Seine Mappe zum 25. Jubiläum hätte man ihm nicht überreicht, sondern einfach nur in den Schreibtisch gelegt. Man hätte ihm zwar angeboten, ihn auf eine Stelle in der Arbeitsvorbereitung zu befördern, dort sollte allerdings ein E. sein Vorgesetzter werden, mit dem er nicht auskomme. Deshalb musste er dieses Angebot ablehnen. Schließlich habe er sich schon beim Personalchef darüber beschwert, dass er nur sechs LKW täglich zu bearbeiten hätte und keinen Vertreter habe. Daraus sei auf mangelnde Wertschätzung zu schließen. Die Nichtberücksichtigung bei der innerbetrieblichen Stellenausschreibung beruhe nicht auf seinen mangelnden Englischkenntnissen. Diese Begründung sei nur vorgeschoben. Die Position erfordert nämlich überhaupt keine Englischkenntnisse. Der wahre Grund liege in der mangelnden Wertschätzung seiner Person. Dies ist Mobbing, wofür ihm ein Schmerzensgeld zu zahlen ist.

Das Gericht sieht keine Mobbinghandlung, die die Zahlung eines Schmerzensgeldes rechtfertigen könnte. Die Bewerbungen des Arbeitnehmers sind wegen dessen mangelhaften Englischkenntnissen nicht berücksichtigt worden. Es obliegt allein dem Arbeitgeber festzulegen, welche Kenntnisse ein Stellenbewerber haben müsse, und nicht dem abgelehnten Bewerber.

Die Ablehnung eines Bewerbers wegen mangelnder Kenntnisse hat deshalb in keinem Fall irgendetwas mit Mobbing zu tun, sodass also kein Schmerzensgeld zu zahlen ist.

(Quelle:  Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 09.03.2009;  5 Sa 1405/08)

 

Benötigen Sie hierzu oder zu anderen arbeitsrechtlichen Themen weitere Informationen? Kommen Sie auf uns zu. Wir beraten Sie gerne. Bei allen Fragen im Arbeitsrecht berät und vertritt die Himmelsbach & Sauer GmbH Rechtsanwaltsgesellschaft in Lahr Arbeitgeber und Arbeitnehmer umfassend und kompetent.

Unsere Kontaktdaten:

Himmelsbach & Sauer GmbH
Rechtsanwaltsgesellschaft

Einsteinallee 3
77933 Lahr / Schwarzwald

Telefon: 07821/95494-0
Telefax: 07821/95494-888

E-Mail: [email protected]

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage oder unserem Informationsportal Arbeitsrecht.