Front der CONTI ARIADNE-Anleger formiert sich

Front der CONTI ARIADNE-Anleger formiert sich
21.10.2015211 Mal gelesen
Rechtsanwalt Björn Röhrenbeck ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht am Kanzleistandort Kaiserslautern. Sein Ziel ist es, Interessen von CONTI ARIADNE Anlegern zu bündeln.

Wer in die  CONTI 55. Container Schifffahrts-GmbH & Co. KG investierte, hat mit der MS „Conti Ariadne“ eindeutig auf das falsche Schiff gesetzt: Der Fonds befindet sich in der Abwicklung und Anlegern bleibt nicht viel mehr übrig, als intensiv darüber nachzudenken, wer für die "Kapitalverbrennung" verantwortlich gemacht werden kann. Rechtsanwalt Björn Röhrenbeck, Fachanwalt und Bank- und Kapitalmarktrecht aus Kaiserslautern, der bereits zahlreiche Mandanten im Themenkomplex Conti-Fonds betreut, will nun mit der Interessengemeinschaft "MS Conti Ariadne" Schadensminimierung betreiben. Röhrenbeck: "Die Anleger sollten sich mit dem Totalausfall nicht abfinden und ihre Verbraucherrechte wahren: Wer falsch beraten wurde, der sollte gegenüber den  Berater jetzt Schadensersatzansprüche geltend machen!"

Bei der MS „Conti Ariadne“ handelt es sich nach den Darstellungen der Reederei um ein 21,6 Knoten schnelles High-Tech-Containerschiff, dessen Baupreis ursprünglich mit 39.828.700 € veranschlagt wurde. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Beteiligungsangebotes an dem Schiffsfonds MS „Conti Ariadne“ befand sich das Schiff noch auf der Werft (Aker MTW) in Wismar im Bau. Es wurde im November 2007 ausgeliefert.

Der Schiffsfonds wurde von der Conti Reederei aus München angeboten und konzipiert. Direktkommanditisten und Käufer, deren Anteile über deine Treuhandgesellschaft (Conti Beteiligungsverwaltung GmbH & Co. KG) verwaltet wurden, haben für ihre Anteile mindestens 50.000 Euro investiert, zzgl. eines Ausgabeaufschlages (Agio) in Höhe von 5 % der Zeichnungssumme.
Angeboten wurden extrem langfristig ausgelegte Produkte. Röhrenbeck: "In aller Regel wurde die Anlage unerfahrenen und auf Sicherheit fokussierten Anlegern im Rahmen ihrer Altersvorsorge empfohlen."

Und diese Anleger wurden von der Krise der Containerschifffahrt böse überrascht: Das Schiff musste Ende 2014 verkauft werden, um die Schäden der finanzierenden Bank zu minimieren. Röhrenbeck: "Das Geld der Anleger hat sich quasi in Luft aufgelöst!" Der Zweitmarkt ist völlig zusammengebrochen und keine wirkliche Alternative zur Vermögensrekonstruktion. Momentan ist der Handel mit Conti-Ariadne-Anteilen komplett ausgesetzt, letzter Stand waren 11 Prozent der jeweiligen Einlagesumme. Dabei war gerade die Existenz eines funktionierenden Zweitmarktes immer als sichere und bequeme  Ausstiegsoption gehandelt worden.
Alles unvorhersehbar?

Röhrenbeck geht davon aus, dass die Entwicklung der Containerschifffahrt frühzeitig absehbar war. So berichtete die FAZ 2005:  „Diese schlechten Zeiten - sprich: sinkende Charterraten – werden von der Branche allgemein für spätestens 2007 erwartet, (…) wenn dann auch das durch die hohen Charterraten induzierte Angebot an Schiffen fertig ist und an den Markt drängt.“  Die Anleger hörten andere Stimmen: Die Fondsverwaltung pries die Anlage  als äußerst sicher und stabil.

Aber dieses "Gerücht" hielt sich nicht lange: Es wurden nur in 2008 Ausschüttungen vorgenommen, seitdem warten Anleger auf ihr Geld.
Angesichts des aktuellen Scherbenhaufens droht den Anlegern weiterhin Ungemach. Röhrenbeck empfiehlt, das Anlagedebakel zu beenden und eine Rückabwicklung der Anlage ins Auge zu fassen. Die aktuelle Rechtslage definiert auf Basis von BGH-Urteilen zwei gravierende Beratungsfehler - zum einen die wenig kunden- und produktorientierte Beratung zum anderen das Verschweigen von Provisionen (KickBacks).

Rechtsanwalt Röhrenbeck empfiehlt Anlegern, zur Wahrung ihrer Interessen unbedingt einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht zu Rate zu ziehen und sich angesichts des bevorstehenden Jahreswechsels auch einer eventuell drohenden Verjährungsthematik bewusst zu werden.

Mehr interessante Infos zum Themenkomplex CONTI 55. Container Schifffahrts-GmbH & Co. KG gibt es HIER.