Penell GmbH stellt Insolvenzantrag

Penell GmbH stellt Insolvenzantrag
02.02.2015247 Mal gelesen
Die Penell GmbH ist insolvent. Insbesondere bezüglich der Besicherung der Anleihe und hierzu veröffentliche Informationen werfen Fragen auf.

Die Penell GmbH, Emittentin der Unternehmensanleihe über ein Volumen von bis zu EUR 5 Mio. (ISIN: DE000A11QQ82) mit Sitz in Ober-Ramstadt, hat laut eigenen Verlautbarungen heute Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Darmstadt gestellt. Eine Fortführung des operativen Geschäfts sei nicht mehr möglich. Hintergrund dessen sind laut der Unternehmensmeldung Liquiditätslücken, die insbesondere mangels weiterer Finanzierung durch Banken nicht mehr geschlossen werden könnten.


Zuletzt gelangte die Penell GmbH wegen einer geänderten Bewertung des Warenlagers in die Schlagzeilen. Das Warenlager der Gesellschaft diente der Besicherung der Ansprüche der Unternehmensanleihe. Im Rahmen einer Nachprüfung hatte der für die Besicherung der Unternehmensanleihe bestellte Treuhänder festgestellt, dass der aktuelle Wert des Warenlagers weit unter dem im Wertpapierprospekt angegebenen Wert des Warenlagers lag. So ist im Wertpapierprospekt angegeben, dass sich zum 14. Mai 2014 Kabel mit einem Kupfergewicht von 1.436 Tonnen im Warenlager befanden. Ausgehend von dem damaligen Kupferpreis betrug allein der Wert des Kupfers umgerechnet 7,3 Mio. Euro. Bei seiner Nachprüfung konnte der Treuhänder jedoch nur noch Warenbestände in Höhe von EUR 2,5 Mio. ermitteln. Dies reicht zur Besicherung der Anleihe nicht aus. 


Zwar die Penell GmbH noch in der vergangenen Woche gemeldet, dass der Gesellschafter der Penell GmbH, Herr Kurt Penell, zugunsten der Anleihegläubiger eine Nachbesicherung gestellt hatte. Gleichzeitig beschrieb der Treuhänder die Rechtslage hinsichtlich der für die Anleihe zum Zeitpunkt der Emission bestellten Sicherheiten als unklar. Das bedeutet aus Sicht von ARES Rechtsanwälte offensichtlich, dass unsicher ist, ob die Sicherheiten für die Anleihegläubiger überhaupt wirksam bestellt wurden. Laut Prospekt bestand das als Sicherheit herangezogene Warenlager überwiegend aus Kupferkabeln, deren Wert auch vom aktuellen Kupferpreis auf den Weltmärkten abhängt. Dieser notiert derzeit bei ca. 5.500 USD pro Tonne, während er laut Wertpapierprospekt im Mai 2014 mit ca. 6.900 USD pro Tonne notierte. Insofern ist die Bonität der Penell GmbH auch wesentlich von der Kupferpreisentwicklung abhängig gewesen. Nach Einschätzung der ARES Rechtsanwälte erscheint es fragwürdig, ob dieses Risiko im Rahmen eines Vertriebs der Anleihe hinreichend adressiert worden ist.


Zudem bestehen nach Einschätzung der ARES Rechtsanwälte Zweifel, ob Verantwortliche in Bezug auf den ursprünglichen Wert und der weiteren Wertentwicklung des Warenlagers ihren Informations- und Überwachungspflichten nachgekommen sind. Insbesondere wirft die Tätigkeit des Treuhänders Fragen auf, der über den Bestand des Warenlagers als Sicherheit für die Anleihe „wachen“ sollte,. Wie ein solch hoher Verlust von Sicherungsgut bislang unentdeckt bleiben konnte ist zumindest erklärungsbedürftig.


Ob möglicherweise eine Insolvenzverschleppung im Raume steht oder andere strafbare Handlungen zu Lasten der Anleger ist noch unklar. Die Staatsanwaltschaft soll bereits die Ermittlungen aufgenommen haben.


Anleger, die sich mit einem möglichen Verlust des Anlagekapitals nicht abfinden möchten, sollten anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.


Die Kanzlei ARES Rechtsanwälte mit Sitz in der Banken- und Finanzmetropole Frankfurt am Main ist spezialisiert auf die Vertretung der Interessen von Bankkunden und Kapitalanlegern.