Penell GmbH – Herabstufung des Ratings für Unternehmensanleihe

Penell GmbH – Herabstufung des Ratings für Unternehmensanleihe
11.12.2014288 Mal gelesen
Penell GmbH – Herabstufung des Ratings für Unternehmensanleihe Kurssturz der Unternehmensanleihe Einberufung Gläubigerversammlung Unklare Informationspolitik der Penell GmbH

Vor der kürzlich angekündigten Gläubigerversammlung der Anleihegläubiger hat die Ratingagentur FERI Eurorating die Ratingnote für die Unternehmensanleihe (ISIN: DE000A11QQ82) der Penell GmbH von „B+“ auf „CC“ herabgestuft. Bei der Ratingagentur steht die Ratingnote „CC“ für höchstes Verlustrisiko. Aufgrund dieser Herabstufung ist auch der Kurs der Unternehmensanleihe erheblich eingebrochen. FERI begründet die Ratingnote mit der vom Sicherheitentreuhänder festgestellten Wertdifferenz von Teilen des Umlaufvermögens.

So hatte das Unternehmen selbst am 3. Dezember 2014 überraschend gemeldet, dass eine „erneute“ Prüfung der Lagerbestände ergeben habe, das die im Wertpapierprospekt für die Unternehmensanleihe aufgeführten Bestände nicht dem angegebenen Lagerwert von ca. 9,0 Mio. Euro entsprechen. Die Bestände des Warenlagers dienen zur Besicherung der erst im Juni 2014 begebenen Unternehmensanleihe. Die Anleihe hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ist mit 7,75 % verzinst. Laut Wertpapierprospekt besteht der größte Teil des Warenlagers zur Besicherung der Unternehmensanleihe aus Kupferkabeln. Nach den neuen Berechnungen des Unternehmens beträgt der Wert der Sicherheiten nur noch 5,5 Mio. Euro. Medienberichten zufolge ist diese Wertdifferenz nicht auf einen veränderten Kupferpreis zurückzuführen.

Der erheblich geringere Wert der Lagerbestände ist sicherlich auch der Grund für die Einberufung der Gläubigerversammlung. So ist in den Anleihebedingungen vorgesehen, dass von der Emittentin eine Gläubigerversammlung einzuberufen ist, wenn sie ihrer Pflicht zur Nachbesicherung der Anleihe gemäß den Regelungen des Treuhandvertrages nicht nachkommt.

Für weitere Verunsicherung unter den Anlegern sorgt zudem die Informationspolitik der Penell GmbH. Diese hat Medienberichten zufolge auch auf Nachfrage bisher keine weiteren Erläuterungen zu den unterschiedlichen Werten des Lagerbestands abgegeben. Eine solche Erläuterung wäre aber deshalb besonders wichtig, weil aus Sicht von ARES Rechtsanwälte bereits die Unternehmensmeldung vom 3. Dezember 2014 missverständlich ist. Die Mitteilung zu der Wertdifferenz der Lagerbestände erweckt den Eindruck, lediglich das in den Kupferkabeln im Warenlager enthaltene Kupfer sei als Sicherheit für die Anleihe zugesagt. Diese Aussage deckt sich jedoch nicht mit den Darstellungen im Wertpapierprospekt. Dort heißt es, dass der gesamte jeweilige Bestand des gegenwärtigen und künftigen beweglichen Vorratsvermögens der Emittentin sowie alle sonstigen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, fertige und unfertige Produkte und Handelsware, ihre gegenwärtigen und künftigen Anlagen und Maschinen sowie der Betriebs- und Geschäftsausstattung Sicherungsgut sei.