Schiffsfonds und andere Hochrisikoanlagen: Wenn Best Agers von Banken über den Tisch gezogen werden

Schiffsfonds und andere Hochrisikoanlagen: Wenn Best Agers von Banken über den Tisch gezogen werden
11.09.2012351 Mal gelesen
ZDF Magazin WISO 10. September 2012: Über die Hälfte der Schiffsfonds wurden an Kunden über 60 Jahren verkauft, über die Risiken und Kosten wurden sie in der Regel nicht aufgeklärt. Auch auf die überaus hohen Vertriebsprovisionen - bei Schiffsfonds bis zu 25 Prozent - hat man sie nicht hingewiesen.

Den Lebensabend in Ruhe und ohne Sorgen genießen, das ist der Wunsch vieler Seniorinnen und Senioren. In vielen Fällen haben Banken dafür gesorgt, dass dieser Traum vom sorglosen Ruhestand zerstört wurde - und dabei satte Provisionen verdient. Das ZDF Magazin WISO berichtet in seiner Sendung vom 10. September 2012 über einen ganz und gar nicht ungewöhnlichen Fall.

Die Bankberaterin wollte mit ihrem Kunden über Anlagemöglichkeiten für sein Geld sprechen. Der Kunde hat  seiner Beraterin voll vertraut und dachte, sie wisse schon, was für ihn gut sei. Im Nachhinein sei dieses Vertrauen ein großer Fehler gewesen, räumt der Bankkunde ein. Denn der 75-Jährige lies sich von seiner Bankberaterin überzeugen, seine Ersparnisse in mehrere Schiffsfonds anzulegen. Die Aufklärung über Risiken sei völlig unzureichend gewesen, die Bank habe seine Unwissenheit ausgenutzt, zugunsten von Profiten und Provisionen, zitiert WISO den Rentner. So erfuhr er beispielsweise nicht, dass eine Kündigung des Schiffsfonds erstmals 2036 möglich ist, dass seine Geldanlage einen Totalverlust erleiden könne.

"Über die Hälfte der Schiffsfonds wurden an Kunden über 60 Jahren verkauft", zitiert WISO den  Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Mathias Nittel, der eine große Zahl von Schiffsfondsanlegern vertritt. Über die Risiken und die Kosten wurden sie in der Regel nicht aufgeklärt. Auch auf die überaus hohen Vertriebsprovisionen - bei Schiffsfonds bis zu 25 Prozent - hat man sie nicht hingewiesen.

Nach Recherchen von WISO besitzen in Deutschland die über 55-Jährigen knapp über die Hälfte des Geldvermögens. Das Geld steckt vornehmlich in Lebensversicherungen, Sparprodukten und zu einem geringen Teil auch in Wertpapieren. Die "Best Ager" sind, so WISO, aufgrund ihrer Kaufkraft eine begehrte Zielgruppe für Versicherungen und Banken. Dies gilt insbesondere bei der Geldanlage. Anlegeranwalt Mathias Nittel: "Hier lassen sich hohe Provisionen verdienen, wenn riskante Anlagen mit unzureichender Beratung an Ruheständler verkauft werden." Die meisten Senioren wollen für ihr Geld Sicherheit und Flexibilität, berichtet WISO. "Diesen Anforderungen trägt kaum eines der Anlageportfolien von Seniorinnen und Senioren, die ich bisher gesehen habe, Rechnung", so Fachanwalt Nittel. In der Regel finden sich bei Rentnern zahlreiche geschlossene Fonds, wie Immobilien- und Schiffsfonds, weil diese als hochriskante Anlagen den Banken und Sparkassen besonders hohe Provisionen versprachen.

Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht
Ihre Ansprechpartner
Mathias Nittel, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Dr. Katja Lembach, Rechtsanwältin
[email protected]

Heidelberg:
Hans-Böckler-Straße 2 A, 69115 Heidelberg
Tel.: 06221 915770 | Fax: 06221 9157729

München:
Residenzstraße 25, 80333 München
Tel.: 089 25549850 | Fax: 089 25549855

Hamburg:
Dörpfeldstraße 6, 22609 Hamburg
Tel.: 040 53799042  |  Fax: 040 53799043

Berlin:
Rotherstraße 19, 10245 Berlin
Tel.: 030 95999280  |  Fax: 030 95999279

Artikellink: http://www.nittel.co/kanzlei/aktuell/schiffsfonds-und-andere-hochrisikoanlagen-wenn-best-agers-von-banken-ueber-den-tisch-gezogen-werden.html

Mehr Informationen zu Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht finden Sie im Internet unter www.nittel.co oder www.schiffsfonds-anleger.de.