Online-Ausgabe des Manager Magazin nimmt die S&K-Gruppe Frankfurt am Main kritisch unter die Lupe: Fragwürdige Wertgutachten - Folgen für Anleger?

02.11.2012385 Mal gelesen
Nach eigenen Angaben verwaltet die S&K-Gruppe aus Frankfurt am Main einen Immobilienbestand mit einem Volumen von über 1,7 Mrd. EUR. Der Wert muss jedoch kritisch hinterfragt werden – mit möglichen Konsequenzen nicht nur für Anleger der S&K-Gruppe.

Die S&K-Gruppe in Frankfurt am Main hat sich auf den nationalen und internationalen An- und Verkauf von Immobilien und den Ankauf grundschuldbesicherte Forderungen spezialisiert. In der Vergangenheit soll die S&K-Gruppe erfolgreich bei der Vermittlung von Immobilien für Dritte tätig geworden sein. Die Leistungsbilanz auf der Homepage klingt auf den ersten Blick beeindruckend. Nicht zuletzt auch die auf der Seite der S&K-Gruppe hinterlegten TÜV-Bescheinigungen hinterlassen beim Anleger einen vermeintlich positiven Eindruck.

 

Dabei sind Zweifel angebracht. Wer sich den ebenfalls auf der Seite befindlichen Referenzkatalog anschaut, wird eine Reihe von Objekten vorfinden, die sich nach den dortigen Angaben zumindest zum Stichtag 30.04.2011 im Bestand der S&K-Gruppe befunden haben sollen. Der jeweilige Verkehrswert ist mittels der ersten Seite eines dazugehörigen Gutachtens belegt. Über die Hälfte dieser Gutachten stammen von ein und demselben Gutachter. Eine von uns gestellte Anfrage bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main ergab, dass dieser Sachverständige zum einen über keine Zertifizierung der IHK Frankfurt am Main als Gutachter für die „Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken“ verfügt, sondern nur über eine Zertifizierung zur Begutachtung von „Schäden an Gebäuden“ und seine Zertifizierung auch nur bis November 2010 bestand.

 

Der KANZLEI GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE liegt das Gutachten eines Objektes aus diesem Bestandskatalog vor, welches nach November 2010 erstellt wurde. Auch der Kanzlei vorliegende weitere Gutachten zu anderen Objekten der S&K-Gruppe, die allerdings nicht Bestandteil dieses Referenzkataloges sind, sind erstellt worden, als der Sachverständige über keine Zertifizierung der IHK mehr verfügte. Für die Objektgesellschaft eines weiteren Objektes, welches sich ebenfalls in dem Referenzkatalog befindet, wurde bereits im letzten Jahr – allerdings nach Erstellung des Referenzkataloges – Insolvenz beantragt. Im Bestandskatalog vom 30.04.2011 ist es mit einem Verkehrswert im Millionenbereich angegeben.

 

Stellungnahme der Kanzlei Göddecke

Die S&K-Gruppe ist seit mehreren Jahren am Markt tätig. Dabei bezieht sie die für die geschäftlichen Aktivitäten erforderlichen Mittel aus verschiedenen Quellen. Dazu gehören z.B. Geschlossene Fonds.

 

Aber auch Anleger anderer Fonds, die bisher nicht mit der S&K in vertraglicher Beziehung standen, investieren indirekt ihr Geld in die Geschäfte der S&K-Gruppe. So hat z.B. die S&K Assets GmbH einzelne Gesellschaften des MIDAS Mittelstandsfonds Nr. 2 GmbH & Co. KG (MIDAS Fonds Nr. 2) übernommen und dieser investiert die freien liquiden Mittel in die S&K-Gruppe. Diese Mittel des Fonds können so z.B. von der S&K Assets GmbH zur Tilgung eigener Verbindlichkeiten verwandt werden. Welche Risiken daraus für den einzelnen Anleger resultieren, ist unklar. Anleger des MIDAS Fonds Nr. 2 sollten von der durch die Geschäftsführung angesprochenen Möglichkeit Gebrauch machen, sich in den Geschäftsräumen der S&K-Gruppe in Frankfurt am Main einen Überblick über den aktuellen Immobilienbestand zu verschaffen.

 

Für Anleger, die den Weg nach Frankfurt am Main scheuen und darüber hinaus Informationen zu den Risiken ihrer Beteiligung suchen, steht die KANZLEI GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE zur Verfügung und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.

  

Quelle: eigene Recherche, Geschäftsbericht MIDAS Fonds Nr. 2 Dezember 2011, Manager Magazin online

 

02. November 2012 (Rechtsanwalt Marc Gericke)