Nordcapital Bulkerflotte 1: Falsch beratene Anleger können auf Schadensersatz klagen

Nordcapital Bulkerflotte 1: Falsch beratene Anleger können auf Schadensersatz klagen
24.10.2012377 Mal gelesen
Nach den Turbulenzen im Jahr 2011 bemüht sich der Schiffsfonds Nordcapital Bulkerflotte 1, wieder in sichere Gewässer zu steuern. Ob dies erfolgreich sein wird, ist noch offen. Anleger, die sich dem Fonds trennen wollen, können von einem Fachanwalt Schadenersatz einklagen lassen.

Das Jahr 2011 brachte für die Anleger des Schiffsfonds Nordcapital Bulkerflotte 1 große Anspannung mit sich. Nach der Insolvenz des Charterers Korea Line, welcher sechs der acht Fondsschiffe gechartert hatte, mussten die Finanzen des Schiffsfonds durch Neukapital stabilisiert werden. Ob die Finanzen des Nordcapital Bulkerflotte 1 durch die Finanzspritze nachhaltig stabilisiert werden konnten, wird sich zeigen.

 

Keine vollständige Entwarnung im Jahr 2012

 

Dass in dieser Hinsicht für das erste Jahr nach der Sanierung des Dachfonds Nordcapital Bulkerflotte 1 keine vollständige Entwarnung gegeben werden konnte, lässt sich aus dem im Herbst 2012 erschienenen Geschäftsbericht 2011 entnehmen. „Im Jahr 2012 wird ein deutlich unter Plan liegendes Betriebsergebnis erwartet.“ Anleger des Nordcapital Bulkerflotte 1 können angesichts der nach wie vor angespannten Situation von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht hinsichtlich ihrer Rechte beraten lassen.

 

Im Rahmen einer rechtlichen Überprüfung der Beteiligung an dem Schiffsfonds Nordcapital Bulkerflotte 1 kann beispielsweise ermittelt werden, ob den Anlegern Schadensersatzansprüche wegen falscher Anlageberatung bestehen. In der Vergangenheit kam es bei der Anlageberatung immer wieder zu Falschberatungen. Eine ordnungsgemäße Anlageberatung muss zwei Schritte aufweisen. Zunächst müssen die Wünsche des Anlegers von den Beratern erfasst werden. Dies kann zum Beispiel die Sicherheit des investierten Geldes sein oder eine risikoreiche Renditeorientierung. Erst dann kann von den Beratern eine diesen Wünschen entsprechende Kapitalanlage ausgewählt werden.

 

In einem nächsten Schritt müssen die Berater umfassend über die Kapitalanlage informieren: Wie funktioniert das Anlagemodell und welche Risiken bestehen? Die Berater dürfen also nicht nur die Vorteile und Chancen eines Finanzprodukts anpreisen, sie müssen auch über Risiken aufklären. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein Anleger sich zuvor noch nie an einem geschlossenen Fonds beteiligt hatte. Wurde gegen eine dieser Pflichten verstoßen, bestehen Schadensersatzansprüche wegen falscher Anlageberatung.

 

Wurde Anlegern die Schiffsbeteiligung Nordcapital Bulkerflotte 1 als sichere Kapitalanlage empfohlen, handelt es sich um eine falsche Empfehlung. Denn Schiffsfonds sind unternehmerische Beteiligungen, welche aufgrund dessen keine Sicherheit des investierten Geldes bieten können. Auch mussten Anleger auf diverse weitere Risiken hingewiesen werden, wie zum Beispiel das Verlustrisiko, die Betriebsrisiken oder den ungeregelten Zweitmarkt, der keine jederzeitige problemlose Verfügbarkeit des Geldes erlaubt. Ein oft lohnender Ansatzpunkt ist die (mangelnde) Aufklärung über Provisionen.

 

Verjährung von Ansprüchen

 

Für Anleger des Schiffsfonds Nordcapital Bulkerflotte 1, die bei ihrem Anlageberatungsgespräch falsch beraten wurden, bestehen gute Chancen, dass sie sich von ihrer Beteiligung an dem Schiffsfonds trennen können und Schadensersatz fordern können. Allerdings können entsprechende Schadensersatzansprüche auch aufgrund von Verjährung undurchsetzbar werden. Neben der Maximalfrist von 10 Jahren seit dem Vertragsschluss gibt es auch noch eine weitere, dreijährige Verjährungsfrist, die ab dem Zeitpunkt zu laufen beginnt, an welchem die Anleger des  Schiffsfonds Nordcapital Bulkerflotte 1 wussten, dass sie falsch beraten wurden. Hierbei können Sanierungskonzepte von Bedeutung sein.

 

Weitere Informationen:

Infoseite über die Klagemöglichkeiten der Anleger eines Schiffsfonds

 

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