Commerzbank-Darlehen: In welchen Fällen kann ein Widerruf Kreditkunden weiterhelfen?

Commerzbank-Darlehen: In welchen Fällen kann ein Widerruf Kreditkunden weiterhelfen?
25.11.2014273 Mal gelesen
Der Widerruf von Krediten wird von nicht wenigen Commerzbankkunden als einfacher Weg zu einem günstigeren Darlehen wahrgenommen. Doch eine stets funktionierende Allzwecklösung ist er nicht. In welchen Fällen kann ein Widerruf funktionieren? Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht informiert.

Bankkredite sind im Jahr 2014 zu einem viel diskutierten, medialen Dauerbrenner geworden. Erst jüngst sorgte ein Urteil des Bundesgerichtshofs zu Bearbeitungsgebühren bei Darlehen für Schlagzeilen. Doch dies ist nicht das einzige Thema, bei welchem sich Kreditnehmer fragen, welche Rechte ihnen zustehen. Angesichts der aktuellen Kreditzinsen keimte in so manchem Kreditnehmer der Wunsch nach einer vorzeitigen Trennung vom Altvertrag. Als Folge dieser Entwicklung muss sich auch die Commerzbank mit Widerrufen auseinandersetzen.

 

Dennoch handelt es sich bei dem Widerruf nicht um eine stets funktionierende Lösung. Der Widerruf kann nicht beliebig lange erklärt werden, sondern nur innerhalb der Widerrufsfrist. Doch die Frage, ob ein bestimmter Kreditvertrag noch wiederrufbar ist oder nicht, zieht eine Reihe von Fragen nach sich. Denn selbst wenn beim Abschluss des Darlehensvertrags eine Widerrufsbelehrung unterzeichnet wurde, muss die – eigentlich zweiwöchige – Widerrufsfrist noch nicht in jedem Fall abgelaufen sein. Dies deshalb, weil fehlerbehaftete Widerrufsbelehrungen verhindern, dass die Frist zu laufen beginnt. Aus diesem Grund kann ein Blick in die Vertragsunterlagen nicht immer weiterhelfen. Die Konsequenz ist, dass Darlehensverträge mit fehlerhaften und später nicht korrigierten Widerrufsbelehrungen auch lange Zeit nach dem Vertragsabschluss widerrufbar sind.

 

Nicht jede Widerrufsbelehrung hält einer rechtlichen Überprüfung stand

 

Wann ist eine Widerrufsbelehrung fehlerhaft? Diese Frage lässt sich nur in Einzelfall beantworten. Denn die Commerzbank verwendete im Lauf der Jahre nicht nur einen Vertragsvordruck, sondern überarbeitete Unterlagen. Da kann eine rechtliche Prüfung nur dann belastbare Ergebnisse liefern, wenn die konkret verwendete Wortlaut untersucht wird. Dabei lassen sich aber bei von der Commerzbank eingesetzten Widerrufbelehrungen aber durchaus Ansatzpunkte für eine Widerrufbarkeit finden. Beispielsweise fanden Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen in Verträgen Formulierung, die nicht auf den richtigen Fristbeginn schließen ließen. Andere Widerrufsbelehrungen hinterließen Ungewissheit, wann die Frist konkret zu laufen beginnt. Beispielsweise sind bei einem Friststart „nach dem Erhalt dieser Belehrung in Textform, jedoch nicht bevor“ dem Überreichen weiterer Unterlagen wie der Vertragsurkunde, dem schriftlichen Antrag oder einer Abschrift der Vertragsurkunde zu laufen beginne, mehrere Startdaten denkbar. Solche Unsicherheiten können jedoch verhindern, dass die Frist zu laufen beginnt.

 

Wenn Commerzbank-Kunden wissen möchten, ob in ihrem konkreten Fall ein Widerruf möglich und auch sinnvoll ist, sollten sie sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Weitere Informationen zum Thema Widerruf von Krediten befinden sich auch auf der Internetseite www.widerrufsrecht-anwalt.de

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

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