Vorfälligkeitsentschädigung bei Kredit: Wie kann ein Widerruf helfen?

Vorfälligkeitsentschädigung bei Kredit: Wie kann ein Widerruf helfen?
19.09.2014161 Mal gelesen
Vorfälligkeitsentschädigung lassen die vorzeitige Trennung von einem Kredit teuer werden. Wenn Kreditnehmer sich wehren möchten, dann ist der Widerruf ein Lösungsansatz. Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht informiert.

Vorzeitiges Schuldentilgen bei Darlehen oder das Kündigen laufender Kredite kann wegen Vorfälligkeitsentschädigung teuer werden. Denn die Kreditinstitute fordern vom Kreditnehmer die Zinsen, die zukünftig entgehen werden. Da die Vorfälligkeitsentschädigungen sich auf erhebliche Beträge belaufen können, stellt sich für so manchen Kreditnehmer die Frage, ob die geforderte Summe tatsächlich gezahlt werden muss. Auf der Suche nach Lösungsansätzen finden sich oft Hinweise auf den Widerruf des Kreditvertrags.

 

Doch weshalb kann ein Widerruf überhaupt gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung helfen? Die Möglichkeit, einen Darlehensvertrag zu widerrufen, ist gesetzlich festgeschrieben. Durch einen wirksamen Widerruf wird ein Vertrag nachträglich „beseitigt“ – so als wäre dieser nie abgeschlossen worden. Dementsprechend haben auch vertragliche Regelungen dann keine Grundlage mehr. Da Vorfälligkeitsentschädigungen im Vertragswerk festgeschrieben werden, gibt es nach einem Widerruf keine Basis mehr, um diese einzufordern.

 

Wirksamer Widerruf greift vertragliche Grundlage der Vorfälligkeitsentschädigung an

 

Doch dieser Weg funktioniert nur dann, wenn ein Widerruf überhaupt noch möglich ist. Wie ein Blick in die Widerrufsbelehrungen der meisten Kreditverträge zeigt, sind die Widerrufsfristen meist schon Jahre abgelaufen. Daher muss sich ein Ansatzpunkt für einen späteren, aber wirksamen Widerruf finden lassen. Hierfür kann die Widerrufsbelehrung überprüft werden. Genügt die verwendete Widerrufsbelehrung nicht verschiedenen rechtlichen Anforderungen, so kann ein Widerruf noch Jahre später wirksam erklärt werden.

 

Details und Formulierungen haben entscheidenden Einfluss

 

Die gesetzlichen Anforderungen und die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze stellen sehr hohe Anforderungen an eine Widerrufsbelehrung. Jedoch ist es nicht einfach zu beurteilen, ob eine Widerrufsbelehrung diesen Anforderungen genügt, Denn kleine Unterschiede in den Texten können erhebliche Auswirkungen haben. Beispielsweise kann schon die Verwendung des Wortes „frühestens“ dazu führen, dass Zweifel bestehen, wenn die Frist konkret zu laufen begann. Solche Ungewissheiten verhindern jedoch ein Anlaufen der Widerrufsfrist. Zudem änderte sich auch die Gesetzeslage in den vergangenen Jahren immer wieder und auch die Banken setzten im Lauf der Zeit unterschiedliche Vertragstexte und Widerrufsbelehrungen ein.

 

Angesichts dieser vielen Faktoren kann erst nach einer fachkundigen rechtlichen Überprüfung bewertet werden die konkret verwendete Widerrufsbelehrung den verschiedenen rechtlichen Anforderungen genügt oder nicht. Daher kann nicht in jedem Fall „einfach“ ein Widerruf erklärt werden, um die Vorfälligkeitsentschädigung nicht bezahlen zu müssen. Kreditnehmer, die sich mit einer Vorfälligkeitsentschädigung auseinandersetzen müssen und wissen möchten, wie es um ihren individuellen Fall bestellt ist, sollten sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden.

 

Weiterführende Informationen rund um die Themen Kredit und Widerruf befinden sich auf der Internetseite www.widerrufsrecht-anwalt.de

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

Einsteinallee 3

77933 Lahr

Telefon: 07821 / 92 37 68 - 0

Fax: 07821 / 92 37 68 - 889

[email protected]

www.dr-stoll-kollegen.de