Privat versicherte Frauen haben höhere Chancen mit Hilfe von IVF schwanger zu werden, als gesetzlich versicherte Frauen

26.08.20091349 Mal gelesen
 
Nach einer Studie des Forschungsinstituts IGES haben die Frauen, die privat krankenversichert sind, eine achtfach höhere Chance, mit Hilfe reproduktionsmedizinischer Behandlung schwanger zu werden, als gesetzlich versicherte Frauen.
 
Laut der Studie sind Schuld hieran die hohen Kosten, welche die gesetzlichen Versicherten seit dem Jahr 2004 selbst tragen müssen.
 
Laut dem Chef der IGES, Herr Prof. Dr. Bertram Häußler, würde es zu einem kleinen „Babyboom“ kommen, wenn der Staat die Kinderwunschbehandlung stärker finanziell unterstützen würde.
 
Als einziges Land hat das Bundesland Sachsen ein Förderprogramm zur finanziellen Unterstützung von Maßnahmen der künstlichen Befruchtung ins Leben gerufen. Die Sozialministerin des Landes Sachsen teilte mit, dass sie bereits in den ersten drei Monaten 180 Anträge auf Zuschuss bewilligt hätten.
 
Die gesetzliche Krankenkasse KKH-Allianz unterstützt die Vorgehensweise des Landes Sachsen und fordert darüber hinaus eine bundesweite Regelung. Herr Rudolph Haucke, Mitglied des Vorstandes der KKH-Allianz, ist der Ansicht, dass bis zu fünf Berhandlungsversuche aus medizinischer Sicht sinnvoll seien und sowohl für gesetzlich als auch für privat Krankenversicherte komplett von der Gesellschaft getragen werden müssten.
 
Herr Haucke betonte, dass die Einschränkung der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen eine politische Entscheidung war, nicht eine der gesetzlichen Krankenkassen. Die damit verbundene soziale Ungleichheit beim Kinderwunsch müsse wieder beseitigt werden.
 
Zur Zeit übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen 50% der Kosten der Kinderwunschbehandlung für die ersten drei Behandlungszyklen.
 
Die Eigenkosten der gesetzlich versicherten Patienten liegen derzeit bei durchschnittlich 4.800,00 EUR.
 
Julia Fellmer
Fachanwältin für Medizinrecht
Düsseldorf