Kanzlei für Arbeits- und Familienrecht - ein Statement: LIDL in WAZ vom 31.03.2008

31.03.2008940 Mal gelesen

Eine ganze Seite in der Tageszeitung WAZ war es dem in die Kritik geratenen Discounter LIDL wert, zu den Vorwürfen des Ausspionierens seiner Mitarbeiter Stellung zu nehmen.. nun ja, wohl eine halbe Seite, denn: 50 % dieser Seite war den Wochenangeboten vorbehalten. Es ist anerkennenswert, dass LIDL sich zumindest nicht versteckt, sondern öffentliche Entschuldigungen abgibt. Aber im Nachhinein ist es fraglich, inwiefern den Mitarbeitern, die sich auf das Übelste in ihren Grundfreiheiten beeinträchtigt fühlen müssen, eine solche Entschuldigung hilft. Klar sind Videoüberwachungen des Verkaufs- und Kassenbereiches im Einzelhandel schon längst an der Tagesordnung. Klar haben diese auch ihre Berechtigung, wenn man auf die Millionenverluste durch Diebstähle und Unterschlagungen im Einzelhandel schaut. Aber das systematische Hinterherspionieren in Sozialräumen und sogar in Lebensbereichen außerhalb des Arbeisverhältnisses, kann keine Rechtfertigung finden. Geradezu höhnisch klingt es dann, wenn LIDL mit Hinweis auf die Inventurverluste die Gefährdung der Arbeitsplätze aufzeigt.

 

Ja, liebe Verantwortliche, Millionenverluste können Arbeitsplätze gefährden. Aber Mißtrauen gegenüber den Mitarbeitern und Eingriffe in die Privatsphäre auch!