Proven Oil Canada: CCAA-Verfahren, Rückforderungen von Ausschüttungen – Böse Überraschungen für Anleger nehmen kein Ende

10.09.2015 282 Mal gelesen
Die vergangenen Wochen haben POC Fonds für Anleger keine guten Nachrichten bereitgehalten. Auch bei den außerordentlichen Gesellschafterversammlungen Anfang September konnte keine grundlegender Durchbruch erzielt werden, stattdessen wurden erneut Überraschendes bekannt gegeben.

Nachdem die sechs Proven Oil Canada Fonds Anfang Juli die Anleger anschrieben und zur Rückzahlung von Ausschüttungen aufforderten, wurden die am 01.09. bis 03.09 stattfindenden außerordentlichen Gesellschafterversammlungen mit Spannung erwartet. Immerhin wurde versprochen, offene Fragen zum Sachverhalt zu klären und über die bisherigen Anstrengungen und weiteren geplanten Maßnahmen zu berichten.

 

Allerdings konnten die Gesellschafterversammlungen bei den Fonds POC Eins, POC Zwei, POC Growth, POC Growth 2, POC Growth 3 Plus und POC Natural Gas weder sämtliche offenen Fragen klären, noch ist mit Gewissheit abzusehen, wie es bei den Fonds weitergehen wird. Stattdessen gibt es nach den Veranstaltungen wegen neuer Informationen neue offene Fragen. Zu den Neuigkeiten gehört die Mitteilung, dass sich die COGI L.P. in einem CCAA-Verfahren befinde. Ein CCAA-Verfahren nach kanadischem Recht entspricht in etwa einem Insolvenzplanverfahren. Die COGI solle im Rahmen dieses Verfahrens umstrukturiert werden, allerdings liege nach Aussagen der Vortragenden noch kein ausgefeilter konkreter Plan vor.

 

Auch die bereits durchgeführten Verkäufe von Ölfeldern wurden von Anlegern angesprochen. Allerdings wurden Nachfragen zu diesem Thema von der Fondsgeschäftsführung nur ausweichend beantwortet. Doch die vergangenen Transaktionen waren nicht das Hauptthema der Veranstaltung. Denn die Anleger mussten entscheiden, ob die zurückgeforderten Ausschüttungen als Darlehen an die COGI weitergereicht werden sollen. Dies soll nach Darstellung der Fondsgeschäftsführung der Rettung der COGI dienen. Die Anleger der einzelnen Fonds haben sich zu diesem Ansinnen eigene und sehr unterschiedliche Meinungen gebildet. Bei zwei Drittel der POC Fonds stimmten die Anleger dem Weitergeben der zurückgeforderten Ausschüttungen zu. Zwei Fonds lehnten diese Beschlussvorlage (TOP 5) ab.

 

Anhand dieses Abstimmungsergebnisses stellen sich sogleich Folgefragen: Was bedeutet dies für die Rettung der COGI? Die Zukunft der Proven Oil Canada Fonds ist immer noch vollkommen offen. Für die Anleger haben weder die außerordentlichen Gesellschafterversammlungen noch die Informationsveranstaltungen eine Wende in der unsicheren Weiterentwicklung ihrer Fonds bringen können. Stattdessen ist im Grunde nach wie vor ungewiss, wie es weitergehen wird. Es sind zudem noch zahlreiche Fragen (z. B. rund um die Grundstücksverkäufe oder auch die immer noch fehlenden Jahresberichte 2013 und 2014) hinzugekommen.

 

POC signalisiert auch Liquiditätsbedarf

 

Vor diesem Hintergrund sollten Anleger der betroffenen Proven Oil Canada Fonds die kommenden, regulären Gesellschafterversammlungen unbedingt im Fokus behalten. Insbesondere stellt sich aufgrund der Informationen in den Veranstaltungen nicht mehr "nur" die Frage, wie es um die COGI bestellt ist. Auch die POC Gesellschaften selbst haben Liquiditätsbedarf angemeldet. Dieser soll durch einen Anteil an den zurückgeführten Ausschüttungen gestillt werden.

 

Weitere Informationen rund um die Proven Oil Canada Fonds und die Ergebnisse der Abstimmungen der außerordentlichen Gesellschafterversammlungen sind auf der Homepage der Kanzlei auf http://www.dr-stoll-kollegen.de/aktuelle-faelle/poc-proven-oil-canada-fonds zusammengestellt.

 

Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

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