Clerical Medical Investment Group (CMI) - Falle Bankhebelgeschäfte für mehr als 100 000 Anleger?

10.09.20101 Mal gelesen
Clerical Medical Investment Group - führen die vermeintlich guten Geschäfte mit Lebensversicherungen zum finanziellen Ruin?

Eine Zusatzrente zur normalen Rente - wer hätte das nicht gerne mit wenig Aufwand und null Risiko? So oder so ähnlich wurde es offenbar kurz nach der Jahrtausendwende vermutlich mehr als 100 000 Anlegern versprochen, die jetzt möglicherweise mit einem Berg Schulden dastehen.

Was ist passiert? Das britische Unternehmen Clerical Medical hat Rentenversicherungen vertrieben, bei denen hohe Renditen versprochen wurden mit angeblich wenig Einsatz. Konkret funktionierte das Modell so, daß die Anleger nur ein Bankdarlehen brauchten, der "Rest mache sich dann ganz von allein".

Den nötigen Traumkredit gaben vor allem deutsche Landesbanken.

Versprochen wurde also eine Zusatzrente, für die der Kunde z. B. einen Kredit von Euro 120 000 auf, der Zinssatz dafür beträgt 5 Prozent, also 500 Euro im Monat.

Ein Teil des Kredits floß an die Versicherung, die 10 Prozent Rendite versprach und damit die Zinsen decken sollte. Der zweite Teil des Kredits floß in einen Fonds, der soviel erwirtschaften sollte, daß am Ende der Laufzeit der Kredit getilgt werden kann. Danach sollte der Kunde die Auszahlung der Versicherung als lebenslange Zusatzrente genießen.

Problem: die versprochenen Renditen traten leider nicht ein, der Kredit nicht getilgt, und statt Rente zu beziehen, sitzen die Anleger nun auf ihren Schulden.

Vermutlich sind mehr als 100 000 Anleger betroffen.

Die beteiligten Banken und Vermittler wußten vermutlich, daß die versprochenen Renditen völlig unhaltbar sein würden und haften daher auch für die Schadensersatzansprüche der Anleger. Der Vertriebsprospekt enthält nach Angaben des OLG München irreführende Hinweise auf die erzielten Vergangenheitsrenditen.

Clerical Medical selbst wurde inzwischen vom Oberlandesgericht Bamberg in einem Fall zu hohen Schadensersatzzahlungen verurteilt, und vor dem OLG München ist ein weiteres Verfahren anhängig, bei dem es zwar noch kein Urteil gibt, aber vermutlich wird Clerical Medical auch dort verlieren.

Anleger sollten sich daher zur Wehr setzen und vor Gericht gehen, weil die Chancen, vor deutschen Gerichten zu gewinnen, damit nicht schlecht stehen, und man die Möglichkeit hat, aus den Verträgen herauszukommen, ohne am Ende mit einem Berg Schulden da zu sitzen!

Wir beraten Sie gerne, wenn Sie Betroffener sind!