DEGI International – Wiedereröffnung möglich? Anwälte informieren, Haftung Commerzbank, Allianz

DEGI International – Wiedereröffnung möglich? Anwälte informieren, Haftung Commerzbank, Allianz
03.10.2011526 Mal gelesen
DEGI International: Öffnung möglich? Anleger sollten besser schnell handeln, statt weiter zu warten.

Im November 2011 neigt sich die maximale Schließungsfrist für den DEGI International dem Ende zu, was bedeutet, dass er entweder wieder für seine Anleger öffnen wird oder aber die Abwicklung – wie bei anderen offenen Immobilienfonds wie dem Morgan Stanley P2 Value oder dem DEGI Europa – droht. Derzeit versucht das Management des DEGI International deshalb genügend liquide Mittel in dem Fonds zu vereinigen, sodass eine nachhaltige Öffnung des DEGI International möglich ist.

Nach Ansicht von Dr. Ralf Stoll von der Anlegerkanzlei Dr. Stoll & Kollegen wird es für den DEGI International aber sehr schwer werden wieder zu öffnen: „Zwar ist die Liquiditätsquote des DEGI International mit 22 % für derzeit geschlossene Immobilienfonds relativ hoch, doch laut Scope Analysis wird selbst diese Liquiditätsausstattung für eine erfolgreiche Wiedereröffnung wohl nicht ausreichen. Anleger sollten sich also schon einmal auf die Möglichkeit einstellen, dass auch der DEGI International im November abgewickelt werden könnte.“

Scope bewertet die Chancen für eine Wiedereröffnung des DEGI International insgesamt als sehr schlecht, nicht nur aufgrund der derzeitigen Liquidität und dem wohl zu erwartenden Sturm der Anleger, die ihre Anteile zurücktauschen wollen – nach einer Umfrage von Schroder Property will jeder dritte institutionelle Anleger seine Anteile an dem Immobilienfonds verkaufen – sodass auf den DEGI International nach der Öffnung ein hoher Mittelabfluss zukommen wird. Auch die Ein-Jahres-Performance des DEGI International war mit -15 % die schlechteste aller Fonds.

Auch die hohe Fremdfinanzierungsquote des DEGI International von ca. 40 %  - eine der höchsten in der Branche - wird dem Fonds in Zukunft noch einige Probleme bereiten: ab 2015 gilt eine neue gesetzliche Regelung, die die maximale Kreditquote für offene Immobilienfonds von derzeit 50 % auf 30 % reduziert. Dies bedeutet, dass das Management des DEGI International die Kreditquote des Fonds um 10 % senken muss, hierfür müssen also Kredite zurückgeführt oder aber auch Objekte mit hohem Fremdkapitalanteil verkauft werden.

Das Investment berichtete am 27.10.2010, dass eine nachhaltige Wiedereröffnung des Morgan Stanley P2 Value und DEGI Europa eine reine Utopie war, da jeder klar denkende Anleger kein frisches Geld in den Fonds investieren wolle. In diesem Beitrag wird eine ordentliche Abwicklung der Fonds auch als fairer angesehen, da somit vermieden wird, dass Kurzfristanleger die Anteile mit erheblichen Abschlägen über die Börse kaufen und somit schnell ihren Arbitragegewinn einstreichen können, dies den Fonds aber zur erneuten Schließung zwingt, sodass dies langfristig orientierten Anlegern ebenfalls nicht weiterhilft. Dies könnte so auch auf den DEGI International zutreffen, da sich dieser in einer ähnlichen Situation befindet.

„Insgesamt gesehen halten wir eine Wiedereröffnung des DEGI International für eher unwahrscheinlich“, teilt der im Kapitalanlagerecht tätige Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll mit. „Anleger des DEGI International sollten sich deshalb schon jetzt rechtlich beraten lassen, sodass sie im Fall der Fälle nicht auf den Verlusten sitzen bleiben müssen. Schadensersatzansprüche können erhoben werden, wenn Anleger des DEGI International beim Kauf der Anteile von ihren Banken falsch beraten wurden.“

Eine solche fehlerhafte Anlageberatung der Banken ist anzunehmen, wenn Anleger nicht über die Risiken des DEGI International aufgeklärt wurden oder wenn ihnen die Möglichkeit der Schließung des DEGI International für 2 Jahre nicht bewusst war oder dass der Fonds sogar abgewickelt werden könnte. Eine Aufklärungspflichtverletzung ist den Banken auch dann vorzuwerfen, wenn sie Anlegern des DEGI International Kick-Backs (Provisionen) verschwiegen haben, die sie von der Fondsgesellschaft für die erfolgreiche Vermittlung erhalten haben.

Anleger des DEGI International haben also gute Möglichkeiten sich von ihren Anteile zu lösen, sodass sie im besten Fall keine Verluste zu tragen haben werden.

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