Welche Rechte haben Betroffene im Dieselskandal?

Rechte im Dieselskandal
05.02.202056 Mal gelesen
Der Abgasskandal ist noch lange nicht vorbei. Doch die wenigsten Verbraucher kennen ihre Rechte. Wer kann eigentlich Schadensersatz einfordern?

Immer wieder werden neue illegale Abschalteinrichtungen bei den Automobilherstellern entdeckt. Nachdem nun allen deutschen Autobauern die Schummelsoftware nachgewiesen wurde, rücken nun die ausländischen Hersteller wie Mitsubishi und Volvo in den Vordergrund und lassen den Dieselskandal nicht länger als rein deutsches Phänomen dastehen. 

Manipulationen an weiteren Motoren werden immer wieder veröffentlicht und doch wissen viele Verbraucher noch immer nicht, welchen Anspruch sie überhaupt haben. Dabei sollte jeder mit einem betroffenen Dieselfahrzeug auf jeden Fall Schadensersatz einfordern.

Bereits seit dem VW-Abgasskandal im Jahr 2015 drohen deutschlandweit regelmäßig Fahrverbote und Zwangsstillegungen. Dadurch sinkt vor allem der Fahrzeugwert beim Verkauf gewaltig. Für die meisten Dieselbesitzer wird das Halten des Fahrzeugs dadurch zunehmend unattraktiv. Denn die Anschaffung eines neues „sauberen“ Pkw ist mit hohen Kosten verbunden. 

Sinkt dann auch noch der Wert des alten Wagens, stellt dies viele Verbraucher vor eine große finanzielle Herausforderung.

Welche Art von Entschädigung ist möglich?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich als Kläger entschädigen zu lassen. Dabei sollte sich der Betroffene zu gegebener Zeit überlegen, welcher Weg für ihn am lukrativsten ist:

  • Alter Pkw im Tausch gegen einen neuen Pkw ohne Abschalteinrichtung
  • Altes Fahrzeug zurückgeben und Kaufpreis zurückerhalten
  • Schadenersatz (in der Regel abzüglich Nutzungsersatz)


Gegen wen können Sie die Entschädigung durchsetzen?

Der Schadensersatzanspruch muss unterschieden werden zwischen dem Anspruch gegenüber dem Händler (Verkäufer) und dem Hersteller. Gegen den Händler können die Rechte zwei Jahre ab Fahrzeugerhalt eingefordert werden, gegen den Hersteller verbleiben drei Jahre ab Fahrzeugkauf.

Am besten sollte mit einem erfahrenen Anwalt geklärt werden, welche Frist im individuellen Fall einzuhalten ist.

 

Wie wird die Höhe des Schadensersatzes ermittelt?

Die Höhe der Entschädigung hängt grundsätzlich davon ab, welcher Kaufpreis bezahlt wurde, welchen Kilometerstand das Fahrzeug beim Kauf hatte und wie viele Kilometer mit dem betroffenen Pkw gefahren wurden.

 

Gute Aussichten auf Entschädigung im Abgasskandal

Für Verbraucher stehen die Chancen auf Schadensersatz besonders gut. Der Großteil der Gerichte entscheidet im Sinne der Verbraucher. Besonders seit dem höchstrichterlichen Hinweisbeschluss des Bundesgerichtshofs (BGH), dass es sich bei dem Software-Update ebenfalls um einen Mangel des Fahrzeugs handelt, geben immer mehr Gerichte den Klägern Recht. 

Dadurch wurden beispielsweise bereits Schadensersatzansprüche in der Höhe von 25.000 Euro zugesprochen. Betroffene Dieselfahrer sollten also in jedem Fall prüfen lassen, wie ihre Chancen im Dieselskandal stehen.

Weitere Informationen zum Schadensersatz im Abgasskandal finden Sie hier.

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