Wirtschaftlichkeitsgrundsatz gilt auch im Gewerberaummietrecht

22.07.2008855 Mal gelesen
Das Kam­mer­ge­richt Ber­lin ent­schied am 03.12.2007, dass der in § 556 BGB ent­hal­te­ne Grund­satz der Wirt­schaft­lich­keit bei den Be­triebs­kos­ten auch auf ge­werb­li­che Miet­ver­hält­nis­se an­ge­wen­det wer­den kann.
 
Im zu­grun­de­lie­gen­den Fall ver­ein­bar­ten die Par­tei­en im Miet­ver­trag un­ter "Vo­raus­zah­lun­gen für Be­triebs­kos­ten" u. a. die Po­si­ti­on "Sach- und Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen". Mit der Be­triebs­kost­ge­na­brech­nung rech­ne­te der Ver­mie­ter auch die Kos­ten für ei­ne bei Ab­schluss des Miet­ver­tra­ges nicht be­ste­hen­de be­son­de­re Feu­er­ver­si­che­rung ab und ver­lang­te nun­mehr kla­ge­wei­se die sich dar­aus er­ge­ben­de Nach­zah­lung.
 
Das Kam­mer­ge­richt ent­schied zu­ Guns­ten des Mie­ters. Denn selbst wenn man ei­ne Ver­pflich­tung zur Tra­gung der Kos­ten für die Feu­er­ver­si­che­rung dem Grun­de nach hin­sicht­lich der Ver­ein­ba­run­gen im Miet­ver­trag be­ja­hen woll­te, ha­be der Ver­mie­ter ge­gen das Wirt­schaft­lich­keits­ver­bot ver­sto­ßen. Zwar fin­de das Ge­bot der Wirt­schaft­lich­keit un­mit­tel­bar nur für Wohn­raum­miet­ver­hält­nis­se An­wen­dung, je­doch gel­te die­ses Ge­bot über § 242 BGB auch für Ge­wer­be­miet­ver­hält­nis­se.
 
Da der Ver­mie­ter je­doch nicht dar­leg­te, dass er mög­lichst güns­ti­ge Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ab­ge­schlos­sen und Ver­gleichs­an­ge­bo­te ein­ge­holt hat, be­jah­te das Kam­mer­ge­richt ei­nen Ver­stoß ge­gen den Wirt­schaft­lich­keits­grund­satz.
 
KG, Ur­teil vom 03.12.2007 - 8 U 19/07