Sparkassen - Fehlerhafte Widerrufsbelehrung von Kredit- und Darlehensverträgen

Sparkassen - Fehlerhafte Widerrufsbelehrung von Kredit- und Darlehensverträgen
10.09.2015334 Mal gelesen
Verbraucher entdecken den Widerruf von bestehenden Darlehensverträgen für sich, indem sie Gesetzeslücken auffinden und nutzen. Wer fehlerhaft über sein Widerrufsrecht belehrt worden ist, könnte sich daran gehindert sehen, sein Widerrufsrecht auszuüben, argumentieren Verbraucheranwälte.

Wenn auch Sie von den derzeit niedrigen Zinsen profitieren wollen, sollten Sie Ihren laufenden Kreditvertrag überprüfen lassen und von dem eventuell vorhandenen „Widerrufsjoker“ Gebrauch machen. Das ist dann möglich, wenn sie über Ihr Widerrufsrecht fehlerhaft informiert worden sind. Denn, wer fehlerhaft über sein gesetzliches Widerrufsrecht informiert worden ist, könnte sich daran gehindert sehen, sein Widerrufsrecht auszuüben. So argumentieren Verbraucheranwälte, wie der Berliner Rechtsanwalt Johannes von Rüden von der Kanzlei Werdermann | von Rüden.

Vorzeitige Beendigung des Kreditvertrages durch Widerruf

Bei der vorzeitigen Beendigung eines Darlehensvertrages muss grundsätzlich eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung entrichtet werden. Diese wird von dem Darlehensgeber in den Vertrag als eine Art Vertragsstrafe mitaufgenommen, um sich abzusichern. Hierauf hat Darlehensgeber einen Anspruch. 

Unter bestimmten Voraussetzungen könnenVerträge widerrufen werden, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen:

 
  • Der Kreditvertrag muss eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthalten.
  • Der Kreditvertrag muss zwischen einer Bank bzw. Sparkasse und einem Verbraucher geschlossen worden sein, da einem Unternehmer kein gesetzliches Widerrufsrecht zusteht.
  • Der Kreditvertrag muss nach dem 01.11.2002 geschlossen worden sein, da das gesetzliche Widerrufsrecht vorher nicht geregelt war.

Grund für den Widerruf ohne Zahlung einer teuren Vorfälligkeitsentschädigung ist, dass die Widerrufsfrist, die in § 355 Abs. 2 BGB geregelt ist, nicht wirksam zu laufen begonnen hat, wenn Sie nicht ordnungsgemäß über Ihr Widerrufsrecht aufgeklärt worden sind.

Die Widerrufserklärung gilt als wirksam, wenn sie dem gesetzlichen Mustertext entspricht. Selbst schon minimale Abweichungen können die Erklärung jedoch unwirksam machen. Es ist auf den genauen Wortlaut zu achten sowie auf die optische Gestaltung der Belehrung.

Typische Fehler in Widerrufsbelehrungen von Darlehensverträgen sind unter anderem zu kleine Schrift, fehlerhafte Fußnoten und die Verwendung bestimmter Wörter, wie „frühestens“ im Rahmen des Fristbeginns.

Welche Sparkassen verwenden fehlerhafte Widerrufsbelehrungen?

Wir raten Ihnen dazu, Ihren Kreditvertrag samt Widerrufsbelehrung von einem spezialisierten Rechtsanwalt überprüfen zu lassen.

In der Vergangenheit wurden unter anderem bei den folgenden Sparkassen Fehler in den Widerrufsbelehrungen festgestellt: Kreis- und Stadtsparkasse Speyer, Kreissparkasse Düsseldorf, Sparkasse Duisburg, Sparkasse Hanau und Sparkasse Heidelberg.

Auch wenn Sie mit einer von diesen Sparkassen einen Darlehnsvertrag abgeschlossen haben, sollten Sie diesen individuell überprüfen lassen, da die Sparkasse nicht zwangsweise die gleiche Widerrufsbelehrung verwendet hat.

Berliner Rechtsanwaltskanzlei Werdermann | von Rüden bietet eine kostenlose Vorprüfung Ihrer Verträge an. Dafür müssen Sie uns Ihre Verträge zusenden und den Mandantenfragebogen auf der Website wvr-law.de ausfüllen. Nach dem Ergebnis der Prüfung werden wir uns bei Ihnen für eine telefonische Erstberatung melden.