Finosio: Deutliche Hinweise auf Follow-Up-Scam-Masche

24.06.2026 1 Mal gelesen
Finosio: Hinter dem modernen Web-Auftreten verbirgt sich nach aktuellen Erkenntnissen kein seriöses Finanzangebot, sondern schiere Abzocke – Finger weg!

Wer Geld über Finosio investiert hat oder mit finosio(.)com in Berührung kam, sollte umgehend wachsam werden. Hinter dem modernen Auftreten verbirgt sich nach aktuellen Erkenntnissen kein seriöses Finanzangebot, sondern ein System, das gezielt auf Täuschung abzielt, um Zahlungen zu generieren und weitere Überweisungen zu provozieren.

 

Tritt Finosio tatsächlich als Bank auf?

Auf den ersten Blick wirkt Finosio wie eine zeitgemäße Neobank mit ansprechender Oberfläche und professioneller Präsentation. Bei genauerem Hinsehen entstehen jedoch erhebliche Zweifel. Die angeblich verwalteten Einlagen in Höhe von 36 Milliarden Euro sowie 65 Millionen Nutzer lassen sich nirgends belegen. Zudem existiert die Internetadresse finosio(.)com erst seit dem 27. November 2025, was kaum mit solchen Größenordnungen vereinbar ist.

 

Auch die angegebenen Unternehmensdaten sind widersprüchlich. Einerseits wird eine Schweizer Gesellschaft mit der Nummer CHE220.835.948 genannt, andererseits eine Überwachung durch die Europäische Zentralbank behauptet. Diese Konstellation ist rechtlich nicht möglich. Ergänzend taucht eine angebliche Gesellschaft in London ohne Registrierung bei der britischen Finanzaufsicht FCA auf. Ebenso fehlt für die behauptete Kontrolle durch die französische ACPR jede nachvollziehbare Genehmigung. Solche Unstimmigkeiten sind typische Warnsignale für betrügerische Konstruktionen.

 

Was sagen die Erfahrungen mit Finosio?

Die vorliegenden Berichte deuten auf ein systematisch aufgebautes Täuschungskonzept hin. Die Plattform orientiert sich optisch stark an bekannten digitalen Banken und vermittelt so gezielt Vertrauen. Angebliche Auszeichnungen und eine Bewertung von 4,6 bei Trustpilot werden genannt, sind jedoch nicht verifizierbar.

 

Hinzu kommen technische Auffälligkeiten, die die Professionalität infrage stellen. So führt der Kartenbereich zu einem 403-Fehler, das Kontaktformular funktioniert nicht und die angegebene Telefonnummer ist nicht vergeben. Selbst im Seitenfuß finden sich Platzhalter wie "©{{year}} Finosio Europe", was auf eine unfertige oder kopierte Struktur hindeutet. Insgesamt sprechen diese Punkte deutlich gegen ein reales Finanzinstitut.

 

Identitätsmissbrauch und rechtliche Einordnung

Die verwendete Schweizer Firmennummer gehört tatsächlich zu einem anderen Unternehmen, nämlich der Finobis Group GmbH. Daraus lässt sich schließen, dass hier fremde Identitäten genutzt werden. Wer unter solchen Umständen Finanzdienstleistungen anbietet, handelt ohne erforderliche Erlaubnis und verstößt unter anderem gegen § 32 Kreditwesengesetz.

 

Darüber hinaus kommen strafrechtliche Aspekte in Betracht, insbesondere Betrug nach § 263 StGB sowie Kapitalanlagebetrug gemäß § 264a StGB. Auffällig ist außerdem die Verbindung zu sogenannten Recovery-Scams, bei denen Betroffene nach einem ersten Verlust erneut kontaktiert und zu weiteren Zahlungen gedrängt werden.

 

Typischer Ablauf: Keine Auszahlung, aber neue Forderungen

Das Vorgehen folgt einem bekannten Muster. Auszahlungen werden verzögert oder vollständig verweigert. Stattdessen werden zusätzliche Gebühren oder angebliche Steuerzahlungen verlangt. Jede weitere Zahlung dient dabei lediglich dazu, noch mehr Geld zu generieren. Genau dieses Verhalten entspricht der klassischen Struktur von Anlagebetrug, bei dem die tatsächlichen Umstände bewusst falsch dargestellt werden.

 

Die Rolle von Bankkonten im Hintergrund

Damit Geldbewegungen möglich sind, greifen die Täter auf reale Bankverbindungen zurück. Diese Konten werden entweder selbst geführt oder über Dritte bereitgestellt. In vielen Fällen steht dies im Zusammenhang mit Geldwäsche gemäß § 261 StGB.

 

Durch die Nachverfolgung solcher Zahlungswege lassen sich Ansatzpunkte für Rückforderungen finden. Rechtliche Grundlagen bieten unter anderem § 812 BGB sowie § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit Betrugstatbeständen.

 

Wer steckt hinter Finosio?

Hinter der Plattform steht kein einzelner Akteur, sondern in der Regel ein arbeitsteilig organisiertes Netzwerk. Dazu gehören Betreiber der Infrastruktur, Callcenter zur Kundenansprache und Personen, die Konten zur Verfügung stellen. Diese Beteiligten können unter bestimmten Voraussetzungen auch zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, was Chancen auf Rückgewinnung verlorener Gelder eröffnet.

 

Vorsicht bei angeblichen Auszahlungen

In Einzelfällen werden kleinere Beträge ausgezahlt. Dies dient vor allem dazu, Vertrauen aufzubauen und weitere Investitionen anzuregen. Gleichzeitig kann der Empfang solcher Gelder rechtliche Risiken bergen, etwa im Zusammenhang mit Geldwäschevorwürfen. Eine juristische Prüfung ist daher ratsam. Betrifft Sie das? Melden Sie sich, wir gehen im Rahmen eines kostenlosen Erstgesprächs gerne detaillierter auf diese Thematik ein.

 

Was Betroffene des hier aufgezeigten Anlagescams jetzt tun sollten

• Keine weiteren Überweisungen vornehmen, sich nicht verunsichern lassen

• Sämtliche Unterlagen, Transaktionen und Kommunikationsverläufe sichern

• Anzeige bei den zuständigen Behörden bzw. bei der Polizei erstatten

• Einen spezialisierten Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht konsultieren

 

Zusammenfassung der Bewertung

Die Gesamtbetrachtung fällt eindeutig negativ aus. Widersprüchliche Angaben, fehlende Nachweise und technische Mängel sprechen klar gegen ein seriöses Angebot. Vielmehr handelt es sich bei Finosio um ein strukturiertes Betrugssystem im Bereich Kapitalanlagen.

 

RESCH Rechtsanwälte verfügt über langjährige Erfahrung im Umgang mit Anlagebetrug und Geldwäsche. Wenn Sie versuchen möchten, verlorene Gelder zurückzuerlangen, ist schnelles Handeln entscheidend. Eine Kontaktaufnahme ermöglicht eine erste Einschätzung Ihres Falls und zeigt konkrete nächste Schritte auf.

 

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