Schlechte Berater im Profisport - Anwaltliche Beratung und Strategien

Stadion
17.02.202044 Mal gelesen
Die Beratung von Sportlern im Leistungssport ist geprägt von professionellen Beratern. Fehler wirken sich spätestens bei zum Ende der Karriere aus.

Leistungssportler, die als solche hauptberuflich tätig sind und damit ihren Lebensunterhalt verdienen, sind verschiedenen Zwängen und Notwendigkeiten ausgesetzt.

Meist schon von frühester Kindheit an haben sie ihr Leben auf den Sport konzentriert. Dem übergeordneten Ziel einer erfolgreichen Profikarriere wird die Organisation des privaten und beruflichen Lebens notwendigerweise untergeordnet. Der vollständige Fokus auf den sportlichen Erfolg birgt allerdings die Gefahr, dass die Grundlagen einer rechtlichen und vor allen Dingen wirtschaftlichen Stabilität vernachlässigt werden. Aufgrund falscher oder unvollständiger Beratung während der sportlichen Laufbahn oder nach dem Ende der Karriere Ende werden oft Planungsfehler sichtbar, die dann nur schwer zu korrigieren sind.

Leistungssportler neigen dazu, ihre Lebensorganisation oder finanzielle Angelegenheiten an so genannte Berater auszulagern. Dies birgt die Gefahr, dass schlechte oder strategisch ungünstige Entscheidungen getroffen werden. Denn, wie überall, gibt es gute und schlechte Beratung. Und es werden Fehler gemacht.

Junge Sportler brauchen Beratung - nicht nur im sportlichen Bereich 

Gerade als junger Sportler stellen sich neben den Vertragsgestaltungen mit Sportvereinen und Sportverbänden eine Vielzahl von weiteren Fragen die meist mithilfe von Beratern geklärt werden, beispielsweise Spiel- bzw. Managementverträge, später Werbeverträge und die Frage der steuerlichen Optimierung von Einkünften und Investitionen. Diese Bedürfnisse von Leistungssportlern werden durch Berater mehr oder weniger ausgefüllt. Dies kann allerdings dann problematisch werden, wenn schlechte und provisionsgesteuerte Entscheidungen gefällt werden die nicht nachhaltig sind sondern den Leistungssportler auf lange Sicht schädigen oder sogar seine Altersvorsorge gefährden.

Gerade die Fragen des Vermögensaufbaus und der Altersabsicherung sind dabei für Leistungssportler -gerade in jungen Jahren- überlebenswichtig. Wer als Leistungssportler erfolgreich ist, hat die Möglichkeit, durch Sponsoren- und Werbegelder sowie durch hochdotierte Arbeitsverträge Vermögensmasse anzusammeln. Und die muss dann auch gegebenenfalls für eine längere Übergangszeit nach Karriere in der reichen.

Häufig ist die Frage der Vermögensvorsorge und  Alterabsicherung neben der Frage was passiert, wenn einen eine Verletzung dauerhaft aus der Bahn wirft nicht im primären Fokus der Sportler und Berater. Vielfach geht es um schnelle und kurz- bis mittelfristige Ziele.

Doch nicht nur die Fragen der Vermögensbildung und Vermögensbetreuung stellen sich sich, sondern auch die Frage der Organisation und der strategischen Planung der eigenen, persönlichen Lebensumstände.

Der Rechtsanwalt als Schnittstelle

Im Laufe ihrer Karriere haben Leistungssportler aber häufig Bedarf rechtsanwaltlichen Dienstleistungen. Diese werden aber oft nicht als solche erkannt, sondern durch den engagierten Berater gleich miterledigt. Aufgrund ihrer besonderen Lebensführung haben Profisportler nicht die Zeit, sich mit auftauchenden und zumeist komplexen rechtlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen oder sich dem Schutz oder der Verfolgung der eigenen Rechte zu widmen.

Hier reicht es nicht, sämtliche Lebensumstände seinem Berater zu überlassen. Dieser steht dem Profisportler zwar wirtschaftlich, nicht aber jedoch rechtlich nahe. Denn Gesetze und Vertragsgestaltungen werden im Konfliktfall objektiv beurteilt werden. Deshalb ist es sinnvoll, sich rechtzeitig auch eine "Zweitmeinung" einzuholen, ob denn vertragliche Konstruktionen auch wirklich den eigenen Bedürfnissen dienen. Ebenfalls spielen bei jungen Sportlern im Profibereich auch die gemachten Erfahrungen eine Rolle. Häufig verfügen Sportler am Anfang ihrer Karriere gerade nicht über die nötige Lebenserfahrung um beurteilen zu können, in wieweit Ihnen angedienten Beratung auch langfristig den eigenen Zielen dient. Vertragsgestaltungen entscheiden darüber, wer von wem profitiert. Nur durch klare Definition und individuelle Anpassung kann eine anwaltliche Beratung im Einzelfall den Spagat schaffen, einerseits eine rechtliche Absicherung zu schaffen, andererseits das eigene Potenzial und die Karriere zu optimieren.

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Kim Oliver Klevenhagen von der Kanzlei AdvoAdvice Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB in Berlin kennt die Problematik: "Meine Mandanten aus dem Sportbereich berichten mir häufig, dass Sie am Anfang ihrer Karriere sehr schnell sehr viel Geld verdient haben und bei Investitionen und bei der Vermögensverwaltung auf Berater vertraut haben. Wenn sich der Wind gedreht, sich die Marktlage verschlechtert hat oder gar Schäden oder Verluste durch offensichtliche Falschberatung erkennbar werden, ist nicht nur ein Vermögensschaden entstanden. Oft gerät schon in frühen Jahren die Altersvorsorge in Gefahr oder eine plötzlich auftretende die Verletzung zeigt, dass der eigene Lebensstil den tatsächlichen Verhältnissen nicht angemessen war.".

Doch auch bei den ganz allgemeinen Fragen des täglichen Lebens kann es Nachholbedarf geben: "Leistungssportler konzentrieren sich auf ihre sportlichen Erfolge und den Weg dorthin. Herausforderungen des normalen Alltagslebens werden häufig verdrängt oder an Berater ausgelagert. Dies führt im Extremfall dazu, dass selbst normale Vorgänge wie die jährliche Steuererklärung oder Kommunikation mit Behörden oder Vertragspartnern Dritten überlassen werden. Oft wird dem eigenen Berater mehr vertraut als den eigenen Eltern. Auch hier kann anwaltliche Beratung Sinn machen um eine Zweitmeinung einzuholen oder rechtlich tragfähige Strategien zu entwickeln.", sagt Rechtsanwalt Klevenhagen, der mit seinem Team seit Jahren Mandanten im Profisport hat.