Verspätete Sanierung und Schadensersatz für den Wohnungseigentümer

03.09.20091533 Mal gelesen

Die Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft hat­te zu­nächst ei­ne Dach­sa­nie­rung be­schlos­sen. Al­ler­dings ver­zö­ger­te sich die Sa­nie­rung um 3 Jah­re und auf der Emp­feh­lung ei­nes Sach­ver­stän­di­gen wur­de nach wei­te­ren 3 Jah­ren der ur­sprüng­li­che Sa­nie­rungs­be­schluss wie­der auf­ge­ho­ben und wie vom Sach­ver­stän­di­gen vor­ge­schla­gen, ei­ne kos­ten­güns­ti­ge­re Sa­nie­rung des Da­ches durch­ge­führt.

Da­rauf­hin hat der Ei­gen­tü­mer der Dach­ge­schoss­woh­nung ei­nen Miet­aus­fall in Hö­he von EUR 130.000,00, da er die Woh­nung nicht ver­mie­ten konn­te.

Grund­sätz­lich haf­ten die Woh­nungs­ei­gen­tü­mer dem ge­schä­dig­ten Woh­nungs­ei­gen­tü­mer, wenn sie es un­ter­las­sen, eine er­for­der­li­che Re­pa­ra­tur des Ge­mein­schafts­ei­gen­tums durch­zu­füh­ren. Vo­raus­set­zung da­für ist je­doch, dass das Ver­hal­ten der Woh­nungs­ei­gen­tü­mer schuld­haft ist. Im vor­lie­gen­den Fall konn­te der Ei­gen­tü­mer kei­nen Scha­dens­er­satz­an­spruch durch­set­zen. Zwar kön­ne der Ei­gen­tü­mer auch bei Be­stands­kraft der Be­schlüs­se aus den Vor­jah­ren gleich­wohl noch die Scha­dens­er­satz­an­sprü­che we­gen Miet­aus­fall gel­tend ma­chen, al­ler­dings müs­se er ei­ne schuld­haf­te Pflicht­ver­let­zung der üb­ri­gen Woh­nungs­ei­gen­tü­mer nach­wei­sen. Im vor­lie­gen­den Fall hät­te er nach­wei­sen müs­sen, wa­rum die ur­sprüng­lich be­schlos­se­nen Ar­bei­ten nicht aus­ge­führt wur­den.

Kop­ins­ki-Tipp:

Auch der Ver­wal­ter wä­re in die­sem Zu­sam­men­hang ver­pflich­tet, sei­ne Be­den­ken zu äu­ßern, wenn die Ei­gen­tü­mer ei­nen Ins­tand­set­zungs­be­schluss ab­leh­nen wol­len. Denn der Scha­den kann sich durch das Un­ter­las­sen von Re­pa­ra­tur­maß­nah­men noch ver­grö­ßern, es kann z. B. zu Fol­ge­schä­den an an­de­ren Bau­tei­len und am Son­der­ei­gen­tum kom­men.

Sie­he auch OLG Mün­chen vom 18.02.2009, 32 Wx 120/08.

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