Feil Rechtsanwälte informieren: Kündigung eines Arbeitnehmers während einer Krankheit – Ist das erlaubt?

18.09.2011709 Mal gelesen
Eine Kündigung ist für viele Arbeitnehmer schon ein Schock. Was ist aber, wenn die Kündigung während einer Erkrankug eingeht?

In anwaltlichen Beratungen wird immer wieder die Frage gestellt, ob eine arbeitsrechtliche Kündigung während der Krankheit des Arbeitnehmers ausgesprochen werden darf. Vielfach hält sich die Auffassung, dass eine solche Kündigung nicht gestattet ist. Dies ist aus rechtlicher Sicht nicht richtig.

Eine Erkrankung eines Arbeitnehmers hindert den Arbeitgeber nicht, eine Kündigung auszusprechen. Die Krankheit ist kein „Schutz“ vor Kündigungen.

Die Kündigung muss dann vom Arbeitgeber unter Berücksichtigung der Kündigungsfristen zu Hause zugestellt werden. In der Regel erfolgt die Zustellung durch den Einwurf in den Briefkasten des Arbeitnehmers.

In Kleinbetrieben, auf die das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung findet, sind dann nur die Kündigungsfristen zu beachten. Die Angabe von Kündigungsgründen ist nicht notwendig. Hier hat ein Arbeitnehmer in der Praxis keinen Kündigungsschutz.

In Betrieben mit mehr als 10 Arbeitnehmern greift das Kündigungsschutzgesetz. Hier muss eine Kündigung sozial gerechtfertigt sein. Dies liegt dann vor, wenn entweder betriebsbedingte, verhaltensbedingte oder personenbedingte Gründe für die Kündigung angebracht werden können.

Auch unter diesem Gesichtspunkt ist die Erkrankung eines Mitarbeiters nicht von Bedeutung.

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