Vorsicht beim Abschluß befristeter Arbeitsverträge!

26.02.20071685 Mal gelesen

Für die ersten zwei Jahre der Einstellung eines neuen Mitarbeiters ist die Befristung des Arbeitsverhältnisses zulässig, ohne daß ein Grund hierfür vorliegen müßte. Zu beachten ist dabei jedoch folgendes:

Beim Abschluß eines solchen befristeten Arbeitsverhältnisses muß der Vertrag schriftlich, d.h. von beiden Seiten unterschrieben, vorliegen, bevor der Arbeitnehmer seine Arbeit aufnimmt. Andernfalls ist die Befristung unwirksam und es entsteht ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Wenn die Befristung nicht die zulässige Gesamtdauer von 2 Jahren ausschöpft, kann sie bis zu höchstens dreimal verlängert werden. Die Gesamtdauer von 2 Jahren darf dabei aber nicht überschritten werden. Es ist also beispielsweise möglich, ein befristetes Arbeitsverhältnis für 6 Monate zu vereinbaren und dann dreimal um jeweils 6 Monate zu verlängern; damit ist dann die zulässige Gesamtdauer von 2 Jahren erreicht. Über die zulässige Gesamtdauer von 2 Jahren hinaus kann das Arbeitsverhältnis nur wirksam befristet werden, wenn ein sachlicher Grund für die Befristung vorliegt.

Bei der Verlängerung von Befristungen ist folgendes zu beachten:

Die Verlängerung muß vor dem Ende der Befristung schriftlich vereinbart werden. Die Verlängerung muß sich zeitlich direkt an das Ende der Befristung anschließen. Es dürfen zusammen mit der Verlängerung keine anderen Arbeitsbedingungen geändert werden.

Wenn gegen einen dieser Punkte verstoßen wird, ist die Verlängerung der Befristung unwirksam und es entsteht ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.


Tipp:


Wenn Sie bei Verlängerungen von Befristungen den Inhalt des Vertrages ändern wollen (z.B. Gehaltserhöhung), machen Sie das nicht bei, sondern zwischen den einzelnen Verlängerungen. Das führt dann nicht zur Unwirksamkeit der Befristung bzw. ihrer Verlängerung.

 

Rechtsanwalt Gerald Promoli

Fachanwalt für Strafrecht

München