Bundessozialgericht
Urt. v. 19.03.1980, Az.: 4 RJ 83/77
Zustellung; Zugang eines Schriftstücks; Revisionsbegründung; Beglaubigungsvermerk; Erwerbsunfähigkeit; Rentenbewilligung; Anspruch auf Rentennachzahlung
Bibliographie
- Gericht
- BSG
- Datum
- 19.03.1980
- Aktenzeichen
- 4 RJ 83/77
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1980, 10803
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- SG Köln 28.03.1977 - S 19 Kr 15/76
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- SozR 1500 § 164 Nr 15
- SozR 1960 § 5 Nr 2
Amtlicher Leitsatz
1. Für die Zustellung nach VwZG § 5 Abs 2 ist der Zeitpunkt maßgebend, zu dem der Empfänger von dem Zugang des zuzustellenden Schriftstücks Kenntnis erlangt und bereit ist, die Zustellung entgegenzunehmen (jetzt einhellige Rechtsauffassung der obersten Gerichtshöfe des Bundes, vgl BSG 23.03.1966 9 RV 334/63 = SozR Nr 4 zu § 5 VwZG; BGH 26.10.1971 X ZB 15/71 = BGHZ 57, 160, 165 [BGH 26.10.1971 - X ZB 15/71] und BGH 30.01.1975 III ZR 83/73 = LM Nr 21 zu Preuß EnteignungsG; BFH 23.06.1971 I B 12/71 = BFHE 102, 457; BVerwG 21.12.1979 4 ER 500.79, 15.01.1980 6 ER 505.79 und 21.01.1980 2 ER 503.79).
2. Die Revisionsbegründung, die zwar nicht die eigenhändige Unterschrift des für ihren Inhalt Verantwortlichen, aber den in Maschinenschrift wiedergegebenen Namen des Verfassers mit einem Beglaubigungsvermerk - mit oder ohne Dienstsiegel - enthält, ist formrichtig (im Anschluß an den Beschluß des GmSOGB vom 30.04.1979 GmSOGB 1/78 = SozR 1500 § 164 Nr 14).
3. Wird einem Unfallverletzten rückwirkend eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit für einen Zeitraum bewilligt, für den er wegen einer Wiedererkrankung an Unfallfolgen - neben der Verletztenrente - Verletztengeld bezogen hat, so geht der Anspruch auf Rentennachzahlung in entsprechender Anwendung von RVO § 183 Abs 3 S 2 bis zur Höhe des Verletztengeldes auf den Träger der Unfallversicherung über (Anschluß an BSG 26.06.1973 8/2 RU 112/70 = BSGE 36, 62).