HCI Österreich VI und die stockenden Ausschüttungen – Welche Ansprüche stehen Anlegern zu?

HCI Österreich VI und die stockenden Ausschüttungen – Welche Ansprüche stehen Anlegern zu?
19.11.2012380 Mal gelesen
Immobilienfonds sind keine unerschütterlichen Renditegaranten. Der Fonds HCI Österreich musste mit Problemen kämpfen, weswegen die Ausschüttungen während der letzten Jahre ins Stocken gerieten. Welche Rechte können Anleger geltend machen?

Investitionen in Immobilien verheißen Sicherheit. Dass dies jedoch nicht jede Immobilie bieten kann, zeigt das Geschäftsjahr 2011 des geschlossenen Immobilienfonds HCI Österreich VI. Eine der beiden Wiener Immobilien hatte mit Vermietungsproblemen zu kämpfen, weswegen die Einnahmen des HCI Österreich VI litten. Gleichzeitig sorgte der starke Schweizer Franken für Belastungen wegen der Franken-Kredite des Immobilienfonds. Einst wurden die Darlehen bei einem Kurs von 1,50 CHF je 1 Euro aufgenommen, während sich der Kurs heute bei der von der Schweiz festgelegten Untergrenze von 1,20 Franken je 1 Euro bewegt.

 

Die Konsequenz dieser Entwicklungen ist, dass die einst stetig fließenden Ausschüttungen des HCI Österreich VI Stocken geraten sind und für das Jahr 2011 gänzlich ausfielen. Diese Geschehnisse stehen im Kontrast zu den häufigen Anpreisungen der Immobilienfonds als verlässliche oder gar sichere Kapitalanlagen. Doch im Rahmen einer ordnungsgemäßen Anlageberatung darf keine Kapitalanlage empfohlen werden, die nicht mit den Anlagezielen des Anlegers vereinbar ist.

 

Falsche Anlageberatung löst Schadensersatzansprüche aus

 

Wurden Anleger falsch beraten, stehen Schadensersatzansprüche im Raum. Nach dem ersten Schritt, in welchem eine zum Anleger passende Kapitalanlage ausgesucht werden sollte, muss in einem zweiten Schritt diese detailliert vorgestellt werden. Denn eine ordnungsgemäße Anlageberatung muss den Anlegern ein umfassendes und realistisches Bild von der Kapitalanlage vermitteln. So musste den Anlegern erläutert werden, welche Risiken einem geschlossenen Immobilienfonds wie dem HCI Österreich VI innewohnen.

 

Neben jenen Risiken, die jedem geschlossenen Immobilienfonds innewohnen, wie zum Beispiel das Insolvenzrisiko, müssen auch die speziellen Risiken des HCI Österreich VI erläutert werden. Neben dem Wechselkursrisiko müssen Anleger auch über das Totalverlustrisiko und weitere Risiken, die mit einer Beteiligungen an einem Unternehmen – nichts anderes ist ein geschlossener Immobilienfonds – verbunden sind, Bescheid wissen. Zu den weiteren Pflichten einer Anlageberatung gehört die rechtzeitige Übergabe des vollständigen Verkaufsprospekts sowie eine zutreffende Aufklärung über Provisionen.

 

Die Überprüfung der Anlageberatung ist daher immer wieder ein erfolgversprechender Ansatzpunkt. Anleger des HCI Österreich VI, die wissen möchten, welche individuellen Rechte und Ansprüche ihnen zustehen, können sich von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten lassen.

 

Weitere Informationen:

Infoseite Geschlossene Immobilienfonds

 

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