Sparkassen-Darlehen: In welchen Fällen kann ein Widerruf erfolgreich sein?

Sparkassen-Darlehen: In welchen Fällen kann ein Widerruf erfolgreich sein?
13.11.2014310 Mal gelesen
Wenn Sparkassen-Kunden sich von einem bestimmten Darlehen trennen möchten, rückt die durch Medien bekannte Widerrufsoption zunehmend in den Mittelpunkt. Ist der Widerruf wirklich eine „einfache“ Lösungsmöglichkeit?

Um einen Kredit aufzunehmen, bedarf es oftmals lediglich einiger Unterschriften in einem umfangreichen Vertragswerk. Solche Unterschrift setzten auch zahlreiche Kunden der Sparkasse unter Kreditverträge. Wenn sich ein Kunde jedoch vor dem Ende der Laufzeit von einem Sparkassen-Darlehen lösen möchte, so kann sich dies als schwierig erweisen. Wenn Kreditnehmer nach Möglichkeiten suchen, um sich trotzdem von dem bestehenden Darlehen trennen zu können, dann führt eine Recherche recht schnell zum Widerruf.

 

Hierbei handelt es sich um ein gesetzlich festgeschriebenes Verbraucherrecht, das es einem Verbraucher ermöglicht, sich durch einen Widerruf von einem Vertrag lösen. Ein wirksamer Widerruf „beseitigt“ den Vertrag (mitsamt unliebsamer Vertragsklauseln wie Vorfälligkeitsentschädigungen). Allerdings ist der Widerruf keine beliebig einsetzbar Allzwecklösung, die in jedem Fall funktioniert. Dies zeigt sich u.a. daran, dass ein Widerruf kann nicht beliebig lange erklärt werden, sondern nur innerhalb der Widerrufsfrist. Doch in der Praxis ist für Kreditnehmer nicht ohne Weiteres erkennbar, ob bei ihrem Kredit die Widerrufsfrist bereits.

 

Ein Blick in die dem Vertragsformular beigefügte Widerrufsbelehrung kann nicht immer weiterhelfen. So können die von Sparkassen eingesetzten Belehrungsvordrucke einem Kunden verschiedene denkbare Ansatzpunkte für einen möglichen Start der Widerrufsfrist bieten. Bereits solche Unsicherheiten können einen wirksamen Start einer (eigentlich) zweiwöchigen Frist in Frage stellen. Denn die Anforderungen an eine Widerrufsbelehrung sind hoch, sodass nicht jede in einem Darlehensvertrag abgedruckte Widerrufsbelehrung wirksam ist.

 

Ob ein Widerruf möglich und sinnvoll ist, kann nur durch eine Prüfung des Einzelfalls festgestellt werden

 

Ob die im Einzelfall verwendete Widerrufsbelehrung tatsächlich nicht den rechtlichen Anforderungen genügt, kann allerdings erst nach einer rechtlichen Prüfung bewertet werden – denn es gibt nicht „den“ Sparkasse-Darlehensvertrag, sondern es gibt verschiedene Vertragsvordrucke und Widerrufsbelehrungen. Daher kann ohne eine rechtliche Prüfung nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob ein bestimmtes Sparkassen-Darlehen noch widerrufbar ist oder nicht. Und auch Gerichtsurteile können nur dann weiterhelfen, wenn sie tatsächlich denselben und nicht nur einen ähnlichen Fall betreffen. Um dies jedoch klären zu können, bedarf es angesichts der komplexen Rechtslage meist bereits einer juristischen Prüfung. Daher kann erst nach einer Prüfung des Einzelfalls bewertet werden, ob ein Widerruf im konkreten Fall erfolgreich sein kann und auch sinnvoll ist.

 

Wenn Sparkasse-Kunden wissen möchten, wie es um ihren individuellen Fall bestellt ist, sollten sie sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Weitere Informationen zum Thema Widerruf von Krediten befinden sich auch auf der Internetseite www.widerrufsrecht-anwalt.de

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

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