Immer mehr Verbraucher berichten von sogenannten „Recovery Scam“-Modellen. Dabei werden gezielt Personen angesprochen, die bereits Opfer eines Anlagebetrugs, Kryptobetrugs oder Online-Scams geworden sind. Aktuell mehren sich Warnhinweise im Zusammenhang mit der Website „Lumivon.de“.
Wie funktioniert die Masche?
Die Betreiber werben damit, verlorene Gelder aus Krypto-Betrug, Online-Trading-Betrug oder anderen Betrugsfällen zurückholen zu können. Häufig werden Betroffene telefonisch oder über soziale Medien kontaktiert und mit angeblichen Erfolgsquoten, Ermittlungen oder Kontakten zu Behörden überzeugt. Solche Vorgehensweisen entsprechen typischen Mustern des sogenannten Recovery Fraud, vor dem auch Aufsichtsbehörden seit Jahren warnen.
Besonders problematisch ist, dass die Täter oftmals bereits detaillierte Kenntnisse über frühere Betrugsfälle ihrer Opfer besitzen. Dies deutet häufig darauf hin, dass Daten zwischen verschiedenen Betrugsnetzwerken weitergegeben werden.
Erste Warnungen im Internet
Auf Trustpilot findet sich bereits eine Warnbewertung, in der ausdrücklich davor gewarnt wird, dass versucht worden sei, an persönliche Daten zu gelangen. Der Verfasser gibt an, inzwischen Strafanzeige erstattet zu haben. Zwar handelt es sich derzeit nur um eine einzelne Bewertung, dennoch sollten solche Hinweise ernst genommen werden.
Typische Warnsignale
Betroffene sollten besonders vorsichtig sein, wenn:
- eine angebliche Rückholung verlorener Gelder garantiert wird,
- hohe Erfolgsquoten versprochen werden,
- Vorauszahlungen verlangt werden,
- Gebühren vor einer tatsächlichen Rückgewinnung des Geldes gefordert werden,
- Druck aufgebaut wird, schnell Dokumente oder Ausweiskopien zu übersenden,
- Fernwartungsprogramme wie AnyDesk oder TeamViewer installiert werden sollen,
- angebliche Kontakte zu BaFin, Europol, Interpol oder Staatsanwaltschaften behauptet werden.
Recovery Scam – Die zweite Falle nach dem ersten Betrug
Die BaFin warnt regelmäßig davor, dass Betrugsopfer nach einem ersten Verlust gezielt erneut angesprochen werden. Die Täter behaupten dann, verlorene Gelder aufgespürt zu haben oder eine Auszahlung veranlassen zu können. Tatsächlich sollen die Geschädigten jedoch lediglich weitere Gebühren bezahlen oder sensible Daten preisgeben.
Was sollten Betroffene tun?
Wer bereits Kontakt mit Lumivon.de hatte oder dort Unterlagen eingereicht hat, sollte:
- keine weiteren Zahlungen leisten,
- keine Ausweisdokumente übersenden,
- keine Fernzugriffe auf Computer zulassen,
- sämtliche Kommunikation sichern,
- Strafanzeige erstatten,
- Bank- und Kreditkartenbewegungen überwachen,
- gegebenenfalls anwaltlichen Rat einholen.
Fazit
Ob hinter Lumivon.de tatsächlich ein betrügerisches Geschäftsmodell steht, müssen letztlich die Ermittlungsbehörden klären. Die bisher bekannten Hinweise und die typischen Merkmale eines sogenannten Recovery Scams sollten Verbraucher jedoch zu besonderer Vorsicht veranlassen. Wer bereits Opfer eines Anlage- oder Kryptobetrugs geworden ist, sollte sich bewusst sein: Gerade diese Personengruppe steht häufig erneut im Fokus professioneller Betrüger.
Haben Sie Erfahrungen mit Lumivon.de gemacht oder wurden Sie von angeblichen Geldrückholern kontaktiert? Dokumentieren Sie sämtliche Vorgänge und handeln Sie frühzeitig. Bei Recovery-Scams entscheidet oft die Geschwindigkeit über die Möglichkeit, weiteren Schaden zu verhindern.