Incoterms 2020 - die wichtigsten Änderungen

Internationales Wirtschaftsrecht
24.10.201968 Mal gelesen
Die Incoterms 2020 verändern einige Klauseln, spezifizieren bestimmte Klauseln und die Beschäftigung mit ihnen ist ein Muss für jeden Mitarbeiter im Handel.

Zum 01.01.2020 wird die Überarbeitung der aktuellen Incoterms 2010 Regelungen der Internationalen Handelskammer in Kraft treten. Die wichtigsten Änderungen der Incoterms 2020 sind folgende:

  • Nach mehreren Konsultationsrunden entschied sich die ICC dafür, die Klausel DAT zu streichen, da sie oft für Verwirrung sorgte. DAT verlangte die Lieferung im Terminal (entladen), aber nach Rückmeldung an den Redaktionsausschuss wurde beschlossen, den Begriff in DPU (Lieferung am entladenen Ort) zu ändern, um so alle denkbaren Orte und nicht nur Terminals abzudecken.
  • Im Rahmen von CIF / CIP besorgt der Verkäufer eine Versicherung für den Käufer. In den Incoterms 2010 ist eine Versicherung nach Institute Cargo Clauses (C) erforderlich, aber in den Incoterms 2020 muss bei CIP eine Versicherung nach Institute Cargo Clause (A) besorgt werden. Bei CIF reicht hingegen eine Versicherung nach Klausel C aus.
  • Alle Kosten werden nun in den Abschnitten A9/B9 gesammelt aufgeführt, um Verwechslungen zu vermeiden. Die Kosten waren ein großes Thema bei den Incoterms 2010. Die A9-Abschnitte im Regelwerk der Incoterms sammeln nun die Kosten zusammen, mit dem Hauptziel, die Kosten für jede Partei klar darzustellen.
  • Die Ladungssicherheit ist seit dem 11. September 2001 besonders wichtig, und die Incoterms 2020 berücksichtigen nun viele der sicherheitsrelevanten Anforderungen.
  • Die Regeln der Incoterms 2010 gingen davon aus, dass die vom Verkäufer zum Käufer beförderten Waren mittels dritter Frachtführer, nicht aber mit eigenen Fahrzeugen transportiert wurden. Die Incoterms 2020 können auch beim Transport mit eigenen Transportmitteln vereinbart werden.
  • Es besteht eine Lieferlücke zwischen FCA und FOB. Wenn Sie FCA verkaufen, ist Ihr Lieferort anders als bei FOB. Der Unterschied zwischen FCA und FOB ist ein erheblicher Kosten- und Risikofaktor. In den Incoterms 2010 wurden die Exporteure von Waren in Containern ermutigt, FCA zu verwenden, was für beide Parteien am besten erschien. Allerdings benutzten viele Leute FOB, obwohl sie eigentlich FCA hätten verwenden sollen. Verkäufer führten oft aus, sie wollten deswegen FOB verwenden, weil ein Standardakkreditiv die Vorlage eines Bordkonnossements erfordere. Deshalb gingen die Verkäufer oft das Risiko ein und benutzten stattdessen FOB, weil sie eine Zahlung aus dem L/C erhalten wollten. Die zusätzliche Bestimmung der Incoterms 2020 für FCA besagt nun, dass der Käufer, wenn die Parteien dies vereinbart haben, den Verfrachter anweisen muss, dem Verkäufer ein Bill of Lading mit Bordvermerk auszustellen.

Bei Fragen zu den Incoterms 2020 besuchen Sie gerne unsere Internetseite: https://www.owlaw.de/internationales-handelsrecht/12200-incoterms-2020/